Der 8. Euro-Rettungsgipfel steht an

Am Donnerstagabend kommen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union zum insgesamt 8. EU-Gipfel zur Rettung der Einheitswährung Euro zusammen. Doch die Zweifel, ob es diesmal zu einer umfassenden Lösung der Euro- und Schuldenkrise kommt, wachsen.

Eigentlich geht es auch beim kommenden EU-Gipfel um nichts weniger, als um die Rettung des Euro und um Maßnahmen, die Einheitswährung und einige hochverschuldete Mitgliedsländer, die vor dem Ruin stehen, zu stützen. Zum ersten Mal betritt der frischgebackene belgische Premierminister Elio Di Rupo (PS) dabei die europäische Bühne.

Die wichtigsten Akteure bei diesem Gipfel sind aber einmal mehr Franzosen und Deutsche, doch aus diplomatischen Kreisen beider Länder ist zu vernehmen, dass man keine durchschlagenden Rezepte habe und dass man sich für das Wochenende noch nichts vorgenommen habe.

In Deutschland hieß es angeblich sogar, dass es vor Weihnachten wohl nicht zu einer Lösung kommen werde.

Und doch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Nicolas Sarkozy ein Abkommen mit neuen Maßnahmen erzielen, mit Maßnahmen, die zu hoch verschuldete EU-Mitgliedsstaaten hart an die Kandare nehmen sollen.

Eurobonds? Wohl kaum!

Für das zu erzielende Abkommen, das unter anderem strenge automatische Sanktionen für Schuldenmacher vorsieht, haben der Europäische Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Einklang mit der Eurogruppe einige Vorschläge in Petto.

Doch diese Vorschläge finden nicht überall Beifall. Der Belgier Van Rompuy bleibt bei seinen Eurobonds und schlägt vor, Euro-Obligationen mit langer Laufzeit einzuführen, um damit Spekulationen gegen Staatsanleihen einzelner EU-Länder entgegenwirken zu können.

Doch in dieser Frage hat Kanzlerin Merkel schon negativ abgewinkt. Für sie sind Euro-Obligationen keine Option, was Kollege Sarkozy bei einer gemeinsamen Pressekonferenz bei einem Treffen in Marseille unterschrieb. Ob es angesichts dieser Gegensätze zu einer von allen Seiten gewünschten "schnellen Lösung“ kommen kann und wird, sei dahingestellt.

Zudem droht in diesen und anderen Fragen auch ein Streit zwischen den 17 Euroländern und den 10 Mitgliedsstaaten mit eigener Währung - die Briten an vorderster Front. In London fürchtet man eine Abgabe von Befugnissen an die EU wie der Teufen was Weihwasser.