"Auch die Krise hier und jetzt anpacken"

Finanzminister Steven Vanackere (CD&V) ist froh, dass man auf dem EU-Gipfel zu einer Einigung gekommen ist, betonte jedoch gleichzeitig, dass noch mehr nötig sei, als nur eine starke Haushaltskontrolle. Das sagte er in der Morgensendung des VRT-Radios.

Vanackere hatte eigentllich gehofft, das im Kampf gegen die Krise kurzfristig mehr Ergebnisse erzielt würden, zum Beispiel durch die Vergabe von gemeinsamen europäischen Staatsanleihen, so genannte Eurobonds. "Es ist gut, dass die Eurostaatschefs inzwischen eine Einigung zur Haushaltsdisziplin erzielt haben, aber nun müssen wir gegen die Krise hier und jetzt vorgehen."

Belgien findet, dass es noch mehr an Instrumenten im Kampf gegen die Krise bedürfe: Ein stärkerer Schutz des Euro und man müsse langfristig der Logik der Eurobonds folgen.

Der ehemalige EU-Kommissar Louis Michel pflichtet Vanackere bei. "Sie haben eine Währungsunion, aber keine Wirtschaftsregierung.  Das ist ein Minuspunkt. Wir bewegen uns insgesamt jedoch in die richtige Richtung." Auch Michel ist für die Vergabe von Eurobonds. Er ist jedoch auch überzeugt, dass diese schon irgendwann eingeführt würden. "Die kommen schon noch, aber man muss erst sicher sein, dass die Haushaltsdisziplin eingehalten wird."

Eurobonds könnten helfen, die Zinsunterschiede zwischen den Mitgliedstaaten zu verkleinern. In Deutschland sind viele gegen die Eurobonds, weil die Zinsen dann für die Deutschen steigen würden.