200 Verhaftungen bei Unruhen in Brüssel

Die Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses im Kongo hat zu Unruhen im Brüsseler Matongeviertel geführt. Dort leben vergleichsweise viele Kongolesen. Der stellvertretende Bürgermeister von Elsene wurde angegriffen, weil er die Demonstration vom Freitagabend hatte verbieten lassen. Fast 200 Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

Nachdem die Wahlbehörde Ceni am Freitag den seit 2001 im Kongo herrschenden Präsidenten Joseph Kabila nach vorläufigem Ergebnis zum Gewinner der Präsidentenwahl vor knapp zwei Wochen erklärt hatte, kam es auch im Brüsseler  Matongeviertel zu Ausschreitungen.

Ein Dutzend Kongolesen dieser Gegend, die im Brüsseler Stadtteil Elsene liegt, gingen wütend auf die Straße. Sie protestierten gegen die ihrer Meinung nach gefälschten Wahlergebnisse. Die Mehrzahl der Demonstranten waren Anhänger des Oppositionsführers Etienne Tshisekedi. Tshisekedi hatte nach der Bekanntgabe im Kongo selbst erklärt, er erkenne das Ergebnis nicht an und beanspruche ebenfalls den Sieg für sich.

Einige der Demonstranten wurden aggressiv. Sie werfen Kabila Betrug vor und kritisieren die internationale Gemeinschaft, lediglich froh zu sein, dass ein Ergebnis vorliege, aber dass ihr  alles andere egal sei. Sie werfen Belgien zudem vor, ein nicht demokratisches Land zu unterstützen.

Das Polizeiaufgebot im Matongeviertel am Freitagabend war groß. Zwei Wasserkanonen und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Die Polizisten hatten versucht, die Demonstranten in der Nähe vom Naamsepoort einzukreisen. An anderen Plätzen zündeten die Demonstranten Autos an.

192 Personen wurden vorübergehend festgenommen. Einige Demonstranten sollen mit Molotowcocktails geworfen haben. Verschiedenen Quellen zufolge soll die Polizei sehr nervös und aggressiv reagiert haben, auch der anwesenden Presse gegenüber. Ein Kameramann wurde von einem Polizeihund angefallen und gebissen.

Der stellvertretende Bürgermeister von Elsene wurde bei den Ausschreitungen verletzt. Demonstranten hatten ihn niedergeschlagen, nachdem er Protestaktionen in Elsene  verboten hatte. Er wollte den Demonstranten erklären, warum er die Proteste verboten habe, bezog statt dessen jedoch Schläge. Die Polizei musste ihm zu Hilfe kommen.

In der Nacht warfen Unbekannte auch Molotowcocktails auf das Polizeirevier in Elsene. Zwei Polizeifahrzeuge wurden dabei beschädigt.