24.000 Menschen verlieren Arbeitslosengeld

Nächstes Jahr wird 24.000 Menschen das Arbeitslosengeld gestrichen. Das hat die sozialistische Gewerkschaft errechnet. Rund 17.000 Wallonen, 4.500 Flamen und 2.500 Brüsseler seien davon betroffen. Nach dem neuen Regierungsabkommen haben Partner in einer Lebensgemeinschaft nur noch drei Jahre lang Anrecht auf Arbeitslosengeld. Es sei denn, sie haben im Laufe der vergangenen zwei Jahre mindestens sechs Monate gearbeitet.

Nach den neuen Regeln zum Arbeitslosengeld verlieren Arbeitslose, die bereits seit drei Jahren Arbeitslosengeld beziehen und sich in einer Lebensgemeinschaft befinden, ihre finanzielle Unterstützung vom Staat. Es handelt sich vor allem um junge Leute, die noch bei ihren Eltern wohnen oder mit einem arbeitenden Partner zusammen leben und nach dem Schulabgang noch nicht lange genug gearbeitet haben.

"Es handelt sich um Jugendliche, die nachdem sie die Schule verlassen, nicht lange genug , vielleicht ein Jahr, gearbeitet haben und dann drei Jahre arbeitslos gewesen sind. Diese Menschen werden Anfang nächsten Jahres ihr Arbeitslosengeld unmittelbar und vollständig verlieren", sagt Jef Maes vom wissenschaftlichen Dienst der Gewerkschaft ABVV.

"Es handelt sich um Jugendliche, die bei ihren Eltern wohnen oder mit einem Partner zusammen leben, der ein Einkommen hat."

Laut Maes treffe die Reform vor allem wallonische Jugendliche. "Die Arbeitslosigkeit dort ist viel höher. Hier kommen auf ein Jobangebot 10 Arbeitslose. Dort kommen auf ein Jobangebot 30 Arbeitslose. Bei ihnen wie bei uns ist die Arbeitslosigkeit in den Städten, zum Beispiel in Antwerpen oder Gent, höher. Dort werden mehr Menschen ausgeschlossen."

Die neuen Regeln gelten ab dem 1. Januar. Das Arbeitsamt bekommt jedoch bis April Zeit, um die Akten durchzugehen und diejenigen herauszupicken, die ihr Arbeitslosengeld verlieren.

Laut ABVV sei das betreffende Gesetz hierzu jedoch noch nicht im Parlament verabschiedet worden und deshalb könne es auch noch gar nicht in Kraft treten und angewandt werden.