Flanderns Umweltministerin: "Klimavertrag zu vage"

Die flämische Umweltministerin Joke Schauvliege ist mit dem Ergebnis der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban nicht zufrieden. Dort haben die Delegierten aus über 190 Staaten einen Fahrplan für ein neues globales Klimaschutzabkommen, das erstmals alle Staaten umfassen soll, verabschiedet. Außerdem einigte man sich auf eine neue Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Protokoll. Schauvliege hält die Beschlüsse jedoch für zu mager und viel zu vage.

36 Stunden später als geplant hat man sich in der Nacht zum Sonntag in Durban nun doch auf einen  Weltklimavertrag  geeinigt.

2015 soll das globale Abkommen vorliegen, 2020 nach der Ratifikation durch die Mitgliedstaarten wirksam werden. Auch die USA und Länder wie China und Indien sollen mit einbezognen werden.

Details hierzu liegen noch keine vor. Vieles bleibt noch im Unklaren. Vorgaben sollen später auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse des Weltklimarats IPCC gemacht werden.

Was die neue zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls angeht, so soll diese von 2013 bis 2020 dauern. In dieser Periode wollen sich viele Staaten verpflichten, ihre CO2-Emissionen noch stärker zu reduzieren.

Man hat sich also auf ein Abkommen geeinigt und das ist besser als nichts, aber es sei nicht genug, meint die flämische Umweltministerin Schauvliege: "Es ist positiv, dass weiter verhandelt wird, dass etwas auf dem Tisch liegt und dass das nicht ganz und gar gescheitert ist, aber ich bin absolut unzufrieden mit dem Ergebnis in Durban."

Der Ministerin zufolge sei das Abkommen viel zu vage. So sei die Finanzierung des internationalen Klimafonds, der Entwicklungsländer bei Klimaschutz und Anpassung an Klimafolgen unterstützen soll, noch nicht konkret.

"Hierbei sind wir eigentlich nicht viel weiter als letztes Jahr in Mexiko . Das Prinzip des Fonds war schon damals in einen Text gegossen worden. Wo die Mittel hierfür jedoch herkommen sollen, also die 100 Milliarden Dollar, die in den Fonds gezahlt werden müssen, darüber ist man sich noch nicht einig."

2015 wird dann also das globale Klimaschutzabkommen vorliegen, das für alle Länder gelten soll. Schauvliege betont: "Es wird tatsächlich ein weltweites Abkommen geben, aber was genau für ein Abkommen - wie und in welcher Form - steht noch offen und das ist besonders schwach."