Alkoholtests: Messgeräte falsch eingesetzt

Die belgische Polizei setzt im Kampf gegen Alkohol am Steuer seit kurzem neue Messgeräte ein. Doch offenbar wurden diese Geräte nicht richtig angewendet, so dass die jüngst erzielten Resultate juristisch anfechtbar sind.

Die neuen Messgeräte der Polizei sind technisch auf dem neuesten Stand und zeigen innerhalb von nur 15 Sekunden, ob ein Autofahrer Alkohol getrunken hat oder nicht. Die Geräte messen den Alkoholgehalt im Fahrgastraum der kontrollierten Fahrzeuge. Schlägt das Gerät aus, muss sich der Fahrer einem Alkoholtest unterziehen.

Allerdings sollen die Messgeräte in ihrer ersten Einsatzzeit falsch angewendet worden sein, denn die Polizisten setzten für die klassischen Alkoholtest die gleichen Geräte ein, doch diese sind dafür eigentlich nicht geeignet und, was auf juristischer Ebene auschlaggebend ist, nicht zugelassen. In den Augen der Gewerkschaften der Polizei sind die Messgeräte deshalb eigentlich nutzlos, denn jedes Gericht in Belgien könnte die Ergebnisse vom Tisch fegen.

Eigentlich plant die Polizei während den anstehenden Feiertagen umfassende Alkoholkontrollen und will dabei bis zu 200.000 Fahrzeuge anhalten. Dabei sollen 40.000 Alkoholtests durchgeführt werden. Ob dies angesichts der jetzt aufgetauchten Probleme zu bewerkstelligen ist oder ob man auf die herkömmlichen Atemtestgeräte zurückgreifen wird, bleibt abzuwarten. Doch ein Freibrief für Alkohol am Steuer in Belgien soll dies nicht sein, denn kontrolliert wird auf jeden Fall.