Neue Hausbanken für Regierung und Behörden

Die flämische Landesregierung und die regionalen Institutionen des Landes werden ihre Hausbanken wechseln. Die Regierung verlässt die Dexia in Richtung ING. Auch die Landesbehörden wechseln zu der niederländischen Bank. Hier hat die KBC das Nachsehen.

Dexia Bank Belgien ist 20 Jahre lang die Hausbank der flämischen Regierung gewesen, doch in Kürze wird sich dies ändern. Die Landesregierung möchte zur niederländischen ING wechseln. Gleichzeitig wollen die Landesbehörden ebenfalls zur ING wechseln. Damit verliert auch die KBC wichtige Kunden.

Entsprechende Meldungen kamen am Mittwochmorgen von der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd und wurden inzwischen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion von Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) bestätigt.

Peeters gab an, dass die ING bei entsprechenden Ausschreibungen am besten abgeschnitten habe. Die Landesbehörden haben dies bisher noch nicht öffentlich gemacht, da die bisherigen Banken Dexia und KBC gegen die Beschlüsse noch in Berufung gehen können. Die Entscheidung sei am vergangenen Freitag gefallen, so Peeters, doch der Einspruchszeitraum dauere insgesamt 15 Tage.

Ein gutes Signal für Märkte und Verbraucher?

Der Vorgang wirft Fragen auf, zumindest zum derzeitigen Zeitpunkt, in dem verschiedene Banken unter den Folgen der Krise leiden. Die Dexia Bank Belgien zum Beispiel ist davon stark betroffen. Doch jetzt sieht sie einen Geldfluss von jährlich rund 30 Milliarden € an sich vorbeiziehen, denn sie verliert mit der Landesregierung ihren größten Kunden.

Die internationalen Märkte und die Verbraucher im Inland könnten den Wechsel der Hausbanken durch die flämischen Landesbehörden als ein Zeichen von Vertrauensmangel gegenüber den größten Banken in Belgien werten. Dexia Bank Belgien ist vor einigen Monaten vom belgischen Staat übernommen worden. Damals waren die Landes- und Regionalregierungen als wichtige Kunden des Finanzinstituts in diesen Schritt nicht mit einbezogen worden.