Charles Burns im Löwener M Museum

Das M Museum in Löwen zeigt noch bis zum 11. März eine Werkschau des amerikanischen Comiczeichers und Illustrators Charles Burns (Foto). Albträume, Obsessionen und die bunte Welt zwischen Kindheit und dem Erwachsenwerden beeinflussten seine Kunst.

Als Kind war der Amerikaner Charles Burns von Monstern besessen und er verbrachte Stunden vor entsprechenden TV-Serien, doch im Laufe seiner Jugend wurde eben dieses Erwachsenwerden zur Obsession. In seinem ersten von der Kunstwelt beachteten Buch „Black Hole“ über die 1970er Jahre kam beides zusammen und sorgte für seinen Durchbruch in der Szene.

Erste sexuelle Erfahrungen, Depressionen und vieles andere finden sich in dem in schwarz/weiß gezeicheten Comic „Black Hole“ wieder und das M Museum widmet den darin vorkommenden Jugendlichen eine Ausstellungswand.

Weiter sind eine enorme Sammlung an Comic-Buchcovern zu entdecken. Darunter sind natürlich auch Helden, wie Batman, Superman oder auch Tim & Struppi, Figuren, die Burns‘ eigene Kunst deutlich beeinflussten.

Eine weitere Ausstellungswand zeigt hunderte Fotos von Menschen, Objekten und Szenen, die Charles Burns selbst machte und als Vorlagen für seine Zeichenwelt nutzte. Doch Burns ist mehr als "nur“ ein Comiczeichner. Er fertigte Plattencover für Rock- und Popmusiker an, u.a. für Lou Reed oder Iggy Pop (Brick by Brick), illustrierte Magazin- und Buchcover (Entertainment Weekly, The New Yorker, Raw Magazine).

Die Ausstellung in Löwen bietet auch einen Überblick über seine Arbeit als Bühnenbildner für Theater und Musik, über seine Videos und Zeichentrickfilme und vieles andere mehr. Burns ist ein Komplettkünstler, der viele Bereiche anreißt.

Kurator dieser sehr gut gemachten Ausstellung ist die Kulturvereinigung für Comicfreaks vzw BeeldBeeld, die gemeinsam mit der Architektengruppe B-architecten das Konzept der Werkschau entwarf.

Das Projekt "X"

Auch auf Charles Burns‘ jüngstes Projekt, das Comic "X“, wirft die Löwener Werkschau einen Blick, denn es geht von seinem frühesten Comichelden Tintin (Tim & Struppi) aus. Nach eigenen Angaben verschlag Burns schon Tim-Bücher, bevor er richtig lesen konnte.

Eines wird dem Betrachter auf jeden Fall ins Auge fallen: Die Zeichenform von "X“ entspricht in Wesentlichen der "ligne claire“ des Tintin-Erfinders Hergé.

Charles Burns schreckt nicht davor zurück, Elemente aus dem Tim & Struppi-Abenteuer „Der Geheimnisvolle Stern“ zu übernehmen, was man ihm allerdings nicht übel nehmen darf, denn er verarbeitet diese Stilelemente zu einer eigenen Geschichte und erweist Hergé damit auf besonders interessante Weise die (Zeichner-)Ehre…

Das M Museum in Löwen

Adresse:
Leopold Vanderkelenstraat 28, B - 3000 Leuven

Öffnungszeiten:
Mo, Di, Fr, Sa, So: 11:00 bis 18:00
Donnerstags: 11:00 bis 22:00
Mittwochs geschlossen

Mehr Infos: www.mleuven.be oder www.beeldbeeld.be