Moody’s stuft Belgien um 2 Stufen herab

Die amerikanische Ratingagentur Moody’s hat die belgische Kreditwürdigkeit um gleich zwei Stufen heruntergesenkt. Der Grund für diesen Schritt liegt bei der hohen Staatsverschuldung unseres Landes, bei der es sehr schwer werde, den Haushalt auszugleichen.

Damit wird es für Belgien zunehmend schwieriger, frisches Geld an den internationalen Kapital- und Finanzmärkten zu leihen. Das Moody’s das Rating für Belgien senkt, ist nicht wirklich eine Überraschung, denn Standard & Poor’s hatte diesen Schritt schon vor einiger Zeit getan.

So war es lediglich eine Frage der Zeit, wann andere Agenturen unser Land ebenfalls herabstufen würden. Auch Fitch, die dritte maßgebende Ratingagentur drohte bereits mit einer Abwertung Belgiens.

Brisant ist allerdings, dass Moody’s Belgien gleich um zwei Stufen senkte. Von ursprünglich Aa1 rutscht unser Land auf die vierte Stufe Aa3 ab und läuft dort unter "negativ“.

Moody’s begründet die Abwertung mit der Tatsache, dass sich der hohe Schuldenberg Belgiens auf die Euro- und Schuldenkrise in Europa auswirke und Risiken berge. Zudem wende unser Land enorme Summen zur Rettung von Problembanken (z.B. Dexia) auf und die Wirtschaftsprognosen seien derzeit nicht die besten.

"Wir müssen unseren Absprachen nachkommen!"

Belgiens neuer Finanzminister Steven Vanackere (CD&V) reagierte umgehend auf die Herabstufung durch Moody’s und erinnerte daran, dass unser Land vor einer Phase ernstzunehmender Anstrengungen stehe. Deshalb müsse man sich ohne Wenn und Aber an das Koalitionsabkommen halten sagte er am Samstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion:

"Wir hören immer wieder von besser dastehenden Ländern, das kein Grund zur Panik bestehe, doch wenn wir nicht aufpassen, sacken wir weiter weg. Es ist deutlich, dass der Abstand zu starken AAA-Ländern, wie die Niederlande oder Deutschland größer wird. Wir müssen uns mehr denn je strikt an die Abmachungen halten, die wir mit uns selbst vereinbart haben. Darüber darf kein Zweifel mehr bestehen.“

Vanackere weiß, dass das Koalitionsabkommen der neuen belgischen Bundesregierung ambitioniert ist, doch das Haushaltsdefizit von 2,8 % dürfe 2012 nicht unterschritten werden: "Wir müssen weiter daran arbeiten, das Defizit bis 2015 zu beseitigen. Wir stehen vor großen Herausforderungen, an denen wir nicht vorbeikommen. Wir müssen sehen, wo wir stehen. Mit einem Aa3-Rating stehen wir noch immer in einer Reihe mit den besseren Ländern, doch es gibt noch viel zu tun.“