Rauchverbot: Mehr als 2.000 Kneipen dicht

Das allgemeine Rauchverbot im belgischen Gaststättengewerbe hat seit Inkrafttreten zur Schließung von mehr als 2.000 Cafés und Kneipen geführt. Die neutrale Selbständigen-Gewerkschaft NSZ fordert staatliche Kompensierungen.

Das Rauchverbot für das Gaststättengewerbe in Belgien ist seit dem 30. Juni 2011 in Kraft. Im letzten halben Jahr schlossen rund 40 % mehr Lokale ihre Pforten, als im normalen Durchschnitt. Opfer dieses Rauchverbotes sind in erster Linie kleinere Cafés und Kneipen, die sich räumlich und finanziell keine abgesonderten Raucherräume leisten können.

Nach Angaben der neutralen Selbständigen-Gewerkschaft NSZ gehen dadurch nicht nur Existenzen kaputt und Arbeitsplätze verloren. Die "kleine Kneipe“ an der Ecke gehöre zum Kulturgut unseres Landes und sie gehe verloren.

Für die NSZ ist dies ein Drama, wie Sprecherin Christine Matheeuws gegenüber der populären flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws sagt: "Wir fordern Sauerstoff für diese Unternehmen. Die Regierung sollte die Einrichtung von abgesonderten Raucherräumen steuerlich absetzbar machen.“ Die NSZ fordert auch die zeitweilige Aussetzung der Zahlung der sozialen Nebenkosten für Kneipiers, denn die Einkommen der Cafés seien deutlich gesunken, doch die Beiträge blieben die gleichen und würden sogar auf absehbare Zeit noch angehoben.

Zudem fordert der Verband die Senkung des Mehrwertsteuersatzes für Getränke auf 6 % und die Vereinfachung der Prozeduren, damit die Lokale problemloser eine Terrasse vor ihrer Türe eröffnen können.