Energierechnung in 3 Jahren 30 % teurer

Ein durchschnittlicher belgischer Privathaushalt muss zur Begleichung seiner Energierechnungen monatlich um 30 % tiefer in die Tasche greifen, als noch vor drei Jahren. Diese Zahlen stammen aus Berechnungen des Vermögensberater- und Bankhauses Petercam.

Nach Angaben von Petercam zahlte ein belgischer Durchschnittshaushalt 2009 rund 2.900 € jährlich für Strom, Gas und Treibstoff für den PKW. Heute, Ende 2011, belaufen sich diese Rechnungen auf rund 3.800 € auf Jahresbasis. Nur die Haushalte, die mit so genannten "festen Heizmitteln“, sprich Steinkohle oder Brennholz, heizen, blieben in den vergangenen Jahren von derartigen Preissteigerungen bei den Heizkosten verschont.

Vor allem Diesel und Benzin sowie Heizöl sind merklich teurer geworden, wobei die Preise für Benzin langsamer stiegen, als die Dieselpreise. Das liegt laut Petercam an den steigenden Preisen für Rohöl an den Weltmärkten, die sich im Laufe der vergangenen drei Jahre mehr als verdoppelt haben. Anfang 2009 kostete ein Barrel Rohöl noch etwa 40 Dollar. Derzeit liegen die Preise dafür bei mehr oder weniger 108 Dollar.

Petercam geht davon aus, dass die Energiepreise auch im neuen Jahr weiter steigen werden. Es sei zwar möglich, dass die Ölpreise durch eine rückläufige Nachfrage in Krisenzeiten wieder nach unten gehen könnten, doch viel werde das nicht sein. Schon gar nicht, weil das stockende Wachstum in der zweiten Jahreshälfte 2012 schon wieder anziehen könnte.

Aber, Petercam fußt seine Berechnungen, die nach eigenen Angaben theoretischer Natur sind, nicht nur auf die wirtschaftlichen Entwicklungen, sondern auch auf die Wetterverhältnisse. So habe die hohe Nachfrage nach Heizstoffen in den strengen und kalten Wintern der Jahre 2008 und 2009 die Energiekosten ebenfalls steigen lassen. Ob sich der bisher milde Jahresausklang 2011 auf diese Preisentwicklungen auswirken wird, ist eher nicht zu erwarten.