In Belgien nimmt die Armut weiter zu

Nach einer europaweit geführten Studie zum Thema Armut und Arbeit sind rund 21 % der belgischen Bevölkerung mehr oder weniger akut von Armut betroffen. Vor allem alleinerziehende Eltern laufen ein Risiko, in die Armutsspirale zu geraten.

Nach einer Studie in Auftrag der EU-Kommission zum Thema Armut und Arbeit sind in der Europäischen Union bis zu 114 Millionen Menschen von Armut bedroht. Das entspricht 23 % der EU-Bevölkerung. Als hauptsächlichen Grund für die stets höher werdenden Zahlen im Bereich Armut benennt die Studie die zunehmende Arbeitslosigkeit.

In Belgien leben rund 12 % der Bevölkerung in einem Haushalt oder einer Familie, in der es einen oder mehrere Arbeitslose gibt. Besonders betroffen sind alleinerziehende Eltern, insbesondere junge Frauen mit Kindern. Damit liegt Belgien in diesem Bereich etwas über dem EU-Durchschnitt, der mit etwa 10 % beziffert wird.

Allerdings fällt auf, dass in unserem Land durch die jüngste Krise (2008-2010) nicht so viele Arbeitsplätze verloren gingen, wie in den meisten anderen EU-Ländern. Umfangreiche Kurzarbeit in der Privatwirtschaft und viele von staatlicher Seite her bezuschusste Arbeitsstellen sorgte für einen weniger negativen Trend, wie die Studie der EU-Kommission erkennen lässt (siehe auch entsprechenden Videobeitrag auf dieser Seite).