Belgien holt sich Geld zu sehr niedrigen Zinsen

Belgien hat 2,44 Milliarden Euro an Staatsanleihen für extrem niedrige Zinsen ausgegeben. Es handelt sich um kurzfristige Wertpapiere mit einer Laufzeit von drei und sechs Monaten.

Auf eine Laufzeit von drei Monaten wird 0,264 Prozent Zinsen geboten und auf eine Laufzeit von sechs Monaten 0,364 Prozent. "Extrem niedrig", so Jean Deboutte von der Schuldenagentur. "Das sind gute Nachrichten für den Haushalt."

In Abhängigkeit von der Bonität eines Staates und dem Rating muss der betreffende Staat für seine Staatsanleihen nämlich einen Risikoaufschlag bezahlen.

Bei den Zinsen dieser Staatsanleihen handelt es sich um die niedrigsten Zinsen in 18 Monaten. "Letztes Jahr bewegte sich der Zins bei rund einem Prozent. Im Dezember wurde noch 0,78 Prozent auf drei Monate bezahlt." Im November musste noch 2,438 Prozent auf Papiere von sechs Monaten bezahlt werden.

Insgesamt wurden 1,28 Milliarden Euro an Staatspapieren mit einer Laufzeit von drei Monaten und 1,155 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von sechs Monaten ausgegeben. Die Nachfrage nach kurzfristigen Wertpapieren sei laut der Agentur hoch gewesen.

Der Grund sei laut Deboutte, dass sich die Banken billig Geld bei der EZB leihen könnten. Das legen sie dann auch bei Staaten an, die als zuverlässig gelten. So kam die Niederlande am Dienstag mit ähnlichen Papieren zu einer Rendite von 0 Prozent an den Markt. "Wir sind zwar nicht bei 0 Prozent, aber nicht weit davon entfernt", so Deboutte, der die Ausgabe als "spektakulär" bezeichnete.