Arbeitsmarkt: Über 40jährige schon zu alt?

Nach einer Studie des Sozialbüros für Arbeitgeber, SD Worx, zeigen viele Unternehmer kaum Interesse daran, ältere Arbeitnehmer einzustellen. Offenbar ist die Altersgrenze für die Anwerbung von neuem Personal in Belgien auf 40 Jahre gesunken, wie Gazet Van Antwerpen meldet.

SD Worx hatte eine breitgefächert angelegte Umfrage bei 800 Unternehmen, die weniger als 800 Belegschaftsmitglieder im Personalbestand haben, durchgeführt. Rund die Hälfte der angesprochenen Unternehmen hatte im vergangenen Jahr neues Personal angeworben.

Doch nur knapp ein Viertel dieser Unternehmen zeigte Interesse an Bewerbern, die älter als 40 Jahre alt sind. Nur 7,9 % der einstellenden Firmen hatte bei der Anwerbung ein Auge für Kandidaten, die alter als 50 Jahre waren. Dies sei besonders auffallend, wie SD Worx-Mitarbeiter Johan Van Duysse am Mittwoch gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab: "Nur 8 % von allen neu eingestellten waren über 50jährige. Bei 27 % der mittelständischen Unternehmen wurden über 40jährige eingestellt."

Nach Angaben von SD Worx haben die in den vergangenen Jahren geführten Anstrengungen, ältere Arbeitsuchende am Arbeitsmarkt zu neuen Stellen zu verhelfen, nur wenig Erfolg gehabt, wie Van Dyusse weiter erklärt: "Das sind alles keine Hurra-Zahlen, wenn man bedenkt, dass die meisten der neu Eingestellten jünger als 25 waren oder der Altersgruppe der 25- bis 39jährigen angehörten."

Woran liegt das?

Dieses Phänomen scheint strukturell zu sein, denn offenbar waren eventuell zu zahlende höhere Löhne und Gehälter kein Kriterium für die Nachtberücksichtigung von älteren Bewerbern. Allerdings gaben die angesprochenen Personaler laut SD Worx an, solche Kandidaten nicht zu berücksichtigen, da sie eine mangelnde Motivation der Kandidaten befürchteten.

Im gerade angelaufenen Jahr zeigt nur etwa ein Viertel der kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Belgien ein Interesse, neues Personal anzuwerben. In vielen Fällen soll es dabei um Ersatz für in Rente gehende Kollegen gehen, wie Gazet Van Antwerpen nach Einsicht in die SD Worx-Studie meldet.

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