Vier Schwerverletzte durch den Sturm

Der Sturm, der am Dienstag in der zweiten Tageshälfte über Belgien hinweggezogen ist, forderte vier Schwerverletzte und hohen Sachschaden. Für die Nacht zum Donnerstag wurden weitere Stürme vorausgesagt.

Nach heftigen Windstößen im Laufe des Vormittags erreichte der eigentliche Sturm Belgien gegen 14 Uhr am Dienstagnachmittag. Zuerst wütete er mit hohen Windgeschwindigkeiten an der Küste. In Zeebrügge wurden Windstärken von bis zu 115 km/h gemessen.

In Ostende wurde ein 7jähriges Kind schwer verletzt, als es von einem umherfliegenden Werbeschild aus Aliminium getroffen wurde. Das Kind erlitt einen schweren Schlüsselbeinbruch. Am Flughafen von Ostende mussten technische Dienste und Feuerwehr einige geparkte Flugzeuge stabilisieren, da der Sturm mehrere Bremsklötze weggeschoben hatte.

In Koekelaere in Westflandern wurde das Auto eines älteren Mannes von einem Windstoß erfasst. Der 80jährige verlor die Kontrolle über den Wagen und stieß mit einem LKW zusammen. Dabei wurde der Senior lebensgefährlich verletzt. Obschon die Brüsseler Stadtverwaltung angesichts des drohenden Sturms am Dienstag alle Parks geschlossen hatte, wurden im Leopoldpark zwei Personen schwer verletzt, als ein Baum umstürzte. Einer der beiden Verletzten ist ein Spaziergänger und der andere ein Parkwächter. Eine weitere Person wurde nur leicht verletzt.

Im Brüsseler Umland und in der Provinz Flämisch-Brabant wütete der Sturm vor allem in Ternat, in Halle und in Sint-Pieters-Woluwe, wo Autos von umstürzenden Bäumen beschädigt wurden. In Sint-Genesius-Rode wirbelte der Sturm eine Kunststoff-Kuppel vom Dach eines Unternehmens. Auch in Grimbergen und Machelen wurden Bäume entwurzelt oder umgeknickt. In der Universitätsstadt Löwen stürzte eine Mauer an der Studentenmensa Alma I um (Foto).

Auch Schäden in Limburg und Wallonien

In Hasselt war man nach dem Sturmdrama beim Popfestival Pukkelpop in Hasselt, bei dem im August 2011 mehrere Menschen ums Leben gekommen waren, vorgewarnt. Bürgermeisterin Hilde Claes (SP.A) ließ vorsorglich das Winterevent „Winterland“ auf dem Kolonel Dusart-Platz räumen, denn dort stand unter anderem ein großes Festzelt.

In Sint-Truiden wurde ein Geschäftslokal stark beschädigt, als der Sturm einen Teil des Flachdaches abdeckte und in Kinrooi fiel ein abgeknickter Baum auf ein Haus. Das Haus ist derzeit unbewohnbar, denn die Schäden sind groß. In Tongeren fielen mehrere Bäume um und es entstand Schaden am Erstinstanzlichen Gericht.

Im Laufe des Nachmittags zog der inzwischen abgeschwächte Sturm weiter in Richtung Inland und in die Wallonie. In Mont-Saint-Guibert in Wallonisch-Brabant wurde das Dach eines Wohnhauses vollständig weggeweht. In der Provinz Namür viel eine Zeit lang der Strom aus, nach dem umstürzende Bäume Stromleitungen gekappt hatten. Die Gemeinden Spy und Tamines waren davon betroffen. In Lüttich kenderte ein Binnenschiff durch den schweren Sturm. Die Behörden in Wallonien halten ständig die Pegel der Wasserläufe im Auge, da heftiger Regen das Wasser ansteigen ließ.

Weiterer Sturm im Anzug

Für die Nacht zum Donnerstag haben Wetterämter und Behörden weitere Stürme angekündigt. In einigen Regionen wurden deshalb präventiv einige Maßnahmen ergriffen.

In Antwerpen in Brüssel und in der Provinz Flämisch-Brabant werden wieder einige Parkanlagen gesperrt. In manchen Parks sorgen ohnehin umgestürzte Bäume für Probleme und andere Bäume, die schon jetzt beschädigt sind, könnten bei weiteren schweren Windböen brechen und ebenfalls umstürzen.

Zwischen Ostende und Middelkerke ist die Küstenstraße bis mindestens Donnerstag gesperrt. Hier haben die Stürme seit Dienstagnachmittag Sand aufgetürmt, was den Verkehr stört. So kann die Küstentram auf diesem Abschnitt nicht fahren.

Die Straßensperrung wurde gemeinsam von der Provinz Westflandern, von den Kommunalverwaltungen von Ostende und Middelkerke und von der regionalen flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn veranlasst.