Bei 8.500 Haushalten Strom und Gas gekappt

Im belgischen Bundesland Flandern sind im vergangenen Jahr fast 8.500 private Haushalte von ihren Strom- oder Gaslieferanten vom Netz genommen worden, da sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnten. Energie ist im Laufe der vergangenen drei Jahre um ein Drittel teurer geworden.

Insgesamt haben bis zu 110.000 flämische Haushalte und Familien Probleme mit der Begleichung, wie Gazet Van Antwerpen am Donnerstag meldete. Eigentlich sind die Energielieferanten dazu verpflichtet, ein Minimum an Strom oder Gas zu liefern, doch dies sei auf Dauer keine Lösung, so der Gesellschaftsverband Flandern.

Das Problem liegt offenbar daran, dass das Auffangnetz, das die flämische Landesregierung für solche Fälle geschaffen hat, nicht wirklich ausreicht, denn die so genannten "Sozialtarife“, die in Flandern gelten, liegen höher als der eigentliche entsprechende Markttarif. Die Energielieferanten versuchen laut Gazet Van Antwerpen dies zu umgehen, um Problemhaushalte und sozialschwache Familien auf Dauer aus ihren Kundenbestand zu halten.

Beim Gesellschaftsverband Flandern heißt es dazu: "Die Energielieferanten schieben die sozial schwächsten unserer Gesellschaft in Richtung Landesregierung ab und diese ist nicht mehr im Stande, für diese Leute ein vernünftiges Auffangnetz vorzusehen.“ Der Verband fordert von Bund und Ländern, dass die niedrigsten Renten, Sozial- und Arbeitslosenhilfen und Löhne in dem Maße angehoben werden, dass die stetig steigenden Energiepreise damit beglichen werden können.