US-Megaauftrag für Autobusbauer Van Hool

Der renommierte belgische Autobus-Produzent hat einen Auftrag für den Bau von mehr als 500 Bussen für den amerikanischen Markt bekommen. Doch ein Teil der zu bauenden Fahrzeuge soll sehr kostengünstig hergestellt werden. Van Hool will ein Werk in einem "Billiglohnland" errichten.

Der traditionsreiche belgische Autobusbauer Van Hool mit Stammsitz in Koningshooikt bei Antwerpen wird 510 Busse für den US-amerikanischen Markt bauen. Allerdings sollen rund 300 dieser Busse aus einem kostengünstigen Segment kommen.

Nach Ansicht von Van Hool ist der Bau solcher Fahrzeuge angesichts der hohen Gehälter und Lohnnebenkosten in Belgien nicht mit Verdienst zu bewerkstelligen und so kündigte das Unternehmen an, im Ausland ein Werk zu errichten, wo solche Fahrzeuge kostengünstiger hergestellt werden können. Wo das sein soll, ist bisher nicht bekannt.

Doch offenbar wird dies in Belgien keine Arbeitsplätze kosten, denn die restlichen Fahrzeuge, die zum gerade eingegangenen Bestellungspaket gehören, sind rund 200 Reisebusse, Coaches für den Langstreckenverkehr mit Überlandbussen in den USA. Diese Fahrzeuge sollen sehr wohl am Stammsitz in Koningshooik gebaut werden.

Gewerkschaften sind einverstanden

Die Gewerkschaften bei Van Hool zeigten Verständnis für die Vorgehensweise ihrer Direktion. Allerdings sehen sie auch eine Gefahr darin, dass sich ein solches Traditionsunternehmen ein Montagewerk im Ausland, wo niedrigere Löhne gezahlt werden, leisten will.

Der amerikanische Markt ist ein wichtiges Standbein für Van Hool. Doch hier drängen ebenfalls Konkurrenten aus Billiglohnländern auf den Markt, was die Preise dort nach unten drückt. Hier lagen den Auftraggebern Angebote aus Mexiko und China vor, die Van Hool unterbieten musste, um in den USA am Markt zu bleiben.