Belgien: Erstmals Gesichtstransplantation

Im Universitätskrankenhaus in Gent ist erstmals eine Gesichtstransplantation in Belgien durchgeführt worden. Ein Mann bekam das Gesicht eines kurz zuvor verstorbenen Spenders.

Die erste Gesichtstransplantation überhaupt fand vor sechs Jahren in der französischen Stadt Amiens statt. Vor einigen Wochen hat das Transplantationsteam des Universitätskrankenhauses von Gent unter Leitung von Professor Doktor Phillip Blondeel die erste Gesichtstransplantation in Belgien durchgeführt.

Seither sind weltweit noch keine 20 Eingriffe vorgenommen worden. Den Chirurgen des UZ Gent gelang es nun erstmals in unserem Land, ein komplettes Gesicht zu transplantieren.

Das UZ Gent hat inzwischen auch weitere Informationen hierzu geliefert. Der Eingriff sei gut verlaufen, der Patient müsse jedoch noch weiter gut gepflegt werden, hieß es am Samstag.

Es war die 19. Gesichtstransplantation weltweit. Der Eingriff wurde fast drei Jahre lang von dem Team aus etwa 65 Personen der UZ Gent vorbereitet. Die Operation selbst dauerte fast 20 Stunden. Dabei wurde nicht nur Haut transplantiert, sondern auch die größte Menge an Knochen weltweit.

"Der Eingriff ist sehr gut verlaufen, so dass der Patient schon nach sechs Tagen erste Worte sagen und auch etwas Wasser trinken konnte", so Dr. Blondeel am Samstagnachmittag auf einer Pressekonferenz.

"Für diesen Patienten gab es keine andere Lösung als zu einer Transplantation überzugehen." Der Einfgriff ist dennoch risikoreich. Von den weltweit 19 Gesichtstransplantationen sind inzwischen zwei Personen verstorben.

Laut Dr. Blondeel habe die Universität Gent den Ehrgeiz, in Zukunft auch andere Transplantationen von Körperteilen, die nur schwierig wiederhersgestellt werden können, durchzuführen. Er sprach von Transplantationen von Armen, Händen und zum Beispiel der Bauchdecke.