"Gläubige verdienen besseren Vertreter"

Vizepremier- und Sozialministerin Laurette Onkelinx (PS - Foto) hat den belgischen Primas der Katholischen Kirche, Erzbischof André-Joseph Léonard nach dessen Bemerkungen über "Missbräuche der parlamentarischen Demokratie" scharf angegriffen.

Die frankophone Sozialistin Laurette Onkelinx hat mit scharfen Worten gegen den Erzbischof von Mechelen und Brüssel, André-Joseph Léonard ausgeholt. Im frankophonen Fernsehsender RTL-TVi sagte sie, dass "die Gläubigen in unserem Land einen besseren Vertreter verdienen“, als Léonard.

Dieser hatte zum wiederholten Mal mit provokanten Aussagen geglänzt, als er bei der Vorstellung seines neuen Buches "Handeln als Christen im Leben und bei der Arbeit“ bemerkte, dass die "parlamentarische Demokratie zahlreiche Missbräuche“ beinhalte.

In seinem neuesten Buch bedauert Léonard (Foto), dass "sich die Mehrheit im Parlament bei Abstimmungen das Recht zueignet, Beschlüsse zur Entwicklung der Sexualität, zum Unterschied zwischen Mann und Frau, zur Bedeutung des Wortes 'Ehe‘, zur metaphysischen Verbindung des Menschen mit der Vergänglichkeit und mit dem Tod, der zu respektierenden Qualität von Embryos usw. zu fassen.“

Ministerin Onkelinx zeigte sich schockiert von diesen Aussagen und sagte: "Ich mag diese Art von Provokationen gegen die Demokratie nicht.“ Sie erinnerte daran, dass man mit Vertretern von Glaube und Kirche sehr wohl weltoffen debattieren könne und verwies dabei auf Gespräche, die sie zum Beispiel mit Professoren und Rektoren an verschiedenen katholischen Universitäten des Landes führen durfte.