Wer zahlt die Entfernung von Silikonkissen?

Zwischen 2006 und 2009 sind in Belgien 647 Silikon-Implantate des französischen Herstellers P.I.P. bei Brustvergrößerungen eingesetzt worden. Gesundheitsminister Laurette Onkelinx (PS) will die Entfernung undichter französischer Brustimplantate durch die Krankenkassen erstatten lassen.

Rund 300 Frauen in Belgien sollen mangelhafte Silikonkissen in der Brust tragen. Doppelt so viele wie zunächst geschätzt. Das gab jetzt die Bundesanstalt für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte bekannt.

In Frankreich waren wiederholt Frauen zum Arzt zurückgekehrt, weil die Kissen geplatzt waren und Entzündungen der Brust verursachten.

Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx arbeitet zurzeit einen Aktionsplan aus, der u. a. die präventive Entfernung der französischen Brustimplantate von der Krankenkasse erstatten zu lassen.

Der Eingriff muss allerdings von einem Arzt verschrieben werden. Ohne Erstattung würde der Eingriff 1.200 Euro per Patientin kosten.
Beobachter gehen davon aus, dass die Gesundheitsministerin nach einer Konzertierung mit dem Chirurgenverband, der Bundesanstalt für Arzneimittel und Gesundheitsprodukte sowie den Krankenkassen am Dienstagabend, eine Empfehlung für eine allgemeine präventive Entfernung der P.I.P.-Implantate aussprechen wird.

Onkelinx strebt ebenfalls eine zukünftige Registrierung und Qualitätskontrolle von Implantaten an.