Sprachentests für Belgiens Toppbeamte

Die 140 wichtigsten Beamten des Landes müssen bald in einem Test beweisen, ob sie die beiden großen Landessprachen Niederländisch und Französisch ausreichend beherrschen. Belgiens Staatssekretär für das Beamtenwesen, Hendrik Bogaert (CD&V - Foto), setzt dabei nur geltendes Gesetz um.

2002 wurde ein neues Bundesgesetz beschlossen, nach dem die wichtigsten Staatsbeamten des Landes beweisen müssen, dass sie der beiden großen Landessprachen Niederländisch und Französisch in ausreichendem Maße mächtig sind. Nur, dieses Gesetz wurde niemals angewendet.

Belgiens neuer Staatssekretär für den öffentlichen Dienst und das Beamtenwesen, der flämische Christdemokrat Hendrik Bogaert, will das jetzt ändern und ordnete tatsächlich entsprechende Sprachenprüfungen an.

Bogaert musste feststellen, dass ein Teil dieser Spitzenfunktionäre einer zweiten Sprache nicht so mächtig ist, obwohl die betreffenden wichtige Ämter bekleiden, in denen beide Landessprachen eigentlich laufend angewendet werden müssen.

Bogaert will mit den angeordneten Sprachtest nur die einfachen Basiskenntnisse prüfen: "Wir streben nicht nach einer perfekten Zweisprachigkeit. Ich will hier nicht fundamentalistisch sein.“ Er wolle lediglich gewährleistet sehen, dass während Meetings und in der Kommunikation keine Missverständnisse durch Unkenntnis der einen oder anderen Sprache entstehen.

"Das Gesetz ist knallhart!"

Wer die entsprechenden Prüfungen nicht besteht, der läuft allerdings Gefahr, seinen Posten zu verlieren, wie Staatssekretär Bogaert ankündigte: "Das Gesetz ist hier knallhart. Vielleicht können wir hier und da eine zweite Examenssitzung anberaumen, doch ab einem bestimmten Moment muss man klar Schiff machen. Ich sehe dies aber als eine positive Initiative an und richte mein Augenmerk eher auf effizientere Versammlungen und ein effizientes Ausüben der Jobs, als auf Bestrafung oder Kontrolle.“

Das Vorhaben des Staatssekretär stößt bei Mehrheit und Opposition nicht auf ungeteilte Zustimmung. Während die oppositionellen flämischen Nationaldemokraten N-VA uneingeschränkt zustimmen, zeigen sich die frankophonen Mehrheitsparteien PS und MR zurückhaltend und führen an, dass die Umsetzung des entsprechenden Gesetzes nicht im Koalitionsvertrag stehe.