2011: 550 Mio. € Schwarzgeld offengelegt

Letztes Jahr haben sich über 2.000 Steuersünder in Belgien selber angezeigt. Unser Land brachte das über 150 Millionen Euro an Nachsteuern ein. Insgesamt handelt es sich um eine Rekordsumme von 550 Millionen Euro Schwarzgeld, das 2011 offengelegt wurde.

Seit 2006 hat unser Land ein permanentes System, bei dem reuige Steuersünder ihr bis dahin nicht gemeldetes Vermögen im Rahmen einer Amnestie offenbaren dürfen. 2011 haben zahlreiche Steuersünder von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. So wurden letztes Jahr 1.942 Akten von Steuersündern bearbeitet. In dieser Zahl sind allerdings noch 400 Akten von 2010 enthalten, die erst letztes Jahr bearbeitet wurden.

2011 war aber kein Rekordjahr, was die Selbstanzeigen betrifft. Das war 2010, in dem rund 2.400 Selbstanzeigen beim Finanzamt eingingen. Vor zwei Jahren kam massenweise Schwarzgeld ans Licht. Die Steuersünde hatten Angst bekommen, weil dem belgischen Finanzamt eine CD-Rom mit Daten von belgischen Kunden der schweizer Tochter der britsichen Bank HSBC zugespielt wurde. Außerdem zwang die Bekanntgabe, dass das belgische Bankgeheimnis aufgehoben würde, die Belgier, ihr Schwarzgeld offen zu legen. Allein im Juni, kurz vor der Aufhebung des Bankgeheimnisses am 1. Juli, wurde ein Rekordbetrag in Höhe von 119 Millionen Euro Schwarzgeld angegeben.

Seit Beginn der Steueramnestie seien laut der Zeitung De Standaard schon 1,64 Milliarden Euro Schwarzgeld beim Finanzamt nachgetragen worden. De Tijd schreibt, dass bereits 1,85 Milliarden Euro Schwarzgeld aufgetaucht seien.

Meistens handelt es sich um Schwarzgeld, dass auf einem ausländischen Konto gespart wird, um Steuern in Belgien zu hinterziehen, die auf die Zinsen hierzulande bezahlt werden müssten.

Um den Betrag "weiß zu waschen" wurden seit 2006 bereits 455 Millionen Euro an Nachsteuern bezahlt.

Wer sein Schwarzgeld beim Finanzamt angibt, bezahlt ein Bußgeld, um die Steuerverluste zu kompensieren.