Solidarität kostet Flandern 1,2 Mia. Euro

Flandern hat 2010 insgesamt 1,278 Milliarden Euro an Wallonien, Brüssel und die französischsprachige Gemeinschaft fließen lassen. Das geht aus einer Abschätzung jüngster Zahlen des sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts CRISP hervor. Die Veröffentlichung heißt "20 Jahre Solidarität zwischen den föderalisierten Einheiten (1989 - 2009). Sie wird an diesem Freitag in der französischsprachigen Zeitung La Dernière Heure beschrieben.

Das CRISP erklärt, dass vor allem die wirtschaftliche Situation der Brüsseler Region besorgniserregend sei, nicht die von Wallonien.

2010 kostete die Solidarität der flämischen Region 709,3 Millionen Euro. Ihr wallonisches Pendant erhielt 833,1 Millionen Euro, zahlte aber auch 28,12 Prozent (Personensteuer) in die belgische Staatskasse ein. Dadurch flossen also netto 517,9 Milllionen Euro in die wallonische Region. Brüssel bekam 258,1 Millionen Euro brutto, beziehungsweise 191,3 Millionen Euro netto.

Der Beitrag der flämischen Gemeinschaft an die belgische Solidaritätskasse betrug 2010 genau 568,4 Millionen Euro. Die französischsprachige Gemeinschaft bekam rund 905 Millionen Euro. Die Differenz zwischen beiden (336,6 Millionen) wurde vom belgischen Staat bezahlt. Aber, so präzisiert das Crisp, die letzte Zuzahlung wird durch die Gemeinschaften selbst finanziert. 

Folglich, so errechnete La Dernière Heure, betrügen die Gesamtkosten für Flandern nicht 1,278 Milliarden, sondern 1,495 Milliarden Euro.