Belgien behält S&P-Kreditwürdigkeit

Die Ratingagentur Standard & Poor‘s bewertet seit Freitag bei insgesamt 16 Euroländern die Kreditwürdigkeit von 9 Staaten schlechter, für 7 bleibt die Note unverändert. Erstmals betroffen sind auch Frankreich und Österreich.

Die beiden Länder verlieren erstmals seit Start der Länderratings 1975 ihre Top-Bonität «AAA» und werden um eine Stufe auf «AA+» heruntergesetzt.

Frankreich ist nach Deutschland die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft und damit auch für die Schlagkraft des Rettungsschirms EFSF von großer Bedeutung.

Italien («BBB+»), Spanien («A») und Portugal («BB») werden um zwei Stufen heruntergesetzt, die Slowakei («A») und Slowenien («A+») um eine. Portugal erhält bereits Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds, daher hat die Herabstufung keine großen Konsequenzen.

Die Begründung für die Herabstufung sind die aus Sicht von S&P unzureichenden Schritte der Euro-Retter im Kampf gegen die Schuldenkrise. Die Ratingagentur sieht aber nicht nur in der mangelnden Haushaltsdisziplin der hoch verschuldeten Länder in Südeuropa eine Ursache für die Krise, sondern auch in deren mangelnder Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu den erfolgreicheren Staaten. Sparprogramme allein könnten daher nicht die Lösung sein.

Deutschland behält sein Top-Rating «AAA», und auch der Ausblick ist stabil.
 

Gute Nachricht

Belgien war im November von S&P von «AA+» auf «AA» herabgestuft worden, behielt am Freitag aber die «AA»- Note.

„Das ist eine gute Nachricht“, so die Reaktion des belgischen Finanzministers Steven Vanackere (Foto). „Es sieht auch nicht danach aus, das S&P kurzfristig vorhat unser Land weiter herabzustufen, obschon es entsprechende Gerüchte gab. 2012 und 2013 halten wir die Neuverschuldung unter Kontrolle. Jetzt steht unsere langfristige Kreditwürdigkeit unter Beobachtung.“