"Pukkelpop muss Tickets 2011 erstatten"

Nach Ansicht einiger Juristen von der Katholischen Universität Löwen (KUL) sind die Veranstalter des im August 2011 nach einem schweren Sturm abgebrochenen Rockfestivals Pukkelpop dazu verpflichtet, die Tickets ihrer Besucher zurückzuerstatten.

Die Juristen sind der Auffassung, dass die bisher angebotenen Entschädigungen des Veranstalters - Getränke- und Essenstickets für die kommenden Ausgaben des populären Musikspektakels - nicht ausreichen. Diese Angebote seien zeitlich begrenzt, monieren die Uniprofessoren und die Bitte der Veranstalter, auf weitere Forderungen zu verzichten, um das Fortbestehen von Pukkelpop zu garantieren, habe juristisch keinen Bestand.

Dies sei, so die Löwener Juristen weiter, mit Irreführung zu vergleichen und stehe für unehrliche Geschäftsmodalitäten. Am 18. August 2011 hatte ein extrem schwerer Gewittersturm das Festival im Ortsteil Kiewit in Hasselt am ersten der insgesamt vier Veranstaltungstage heimgesucht und das Gelände, auf dem sich gerade mehrere Tausend Besucher amüsierten, völlig verwüstet (Foto oben). Dabei starben fünf Menschen. Die Veranstaltung wurde daraufhin abgebrochen. Höhere Gewalt wurde als Grund für diesen Schritt angegeben.

350 Besucher fordern inzwischen auf juristischen Weg ihren Eintritt und die für die vier Tage dauernde Veranstaltung im Voraus erworbenen Getränkebons zurück. Aber rund 80.000 Besucher haben bereits die von den Veranstaltern angebotenen Entschädigungen in Anspruch genommen. Etwa 10.000 Pukkelpopfans haben auf die Erstattung ihrer Tickets und auch auf die Entschädigungen verzichtet, in dem sie auf die Bitte der Organisatoren, auf diesem Wege etwas für den Fortbestand des Festivals zu tun, eingingen.

Pukkelpopchef reagiert

Chokri Mahassine (Foto), der Hauptorganisator von Pukkelpop, will auch nach den seiner Ansicht nach 'theoretischen‘ Feststellungen der Löwener Juristen an den getanen Schritten festhalten:

"Pukkelpop wurde von einem besonderen Fall von höherer Gewalt getroffen, nach dem wir den Festivalbesuchern einen freiwilligen Beitrag vorgeschlagen haben. Wenn es zu einem juristischen Verfahren kommen sollte, kann Pukkelpop alle Schritte belegen.“

Mahassine erinnert daran, dass sich die übergroße Mehrheit der betroffenen Festivalbesucher auf seine Vorschläge eingelassen hat: "Es stand ihnen vollkommen frei, auf das vorgeschlagene Entgegenkommen einzugehen.“