Auch Haussuchungen im Bistum Brügge

Nach den Hausdurchsuchungen in den Bistümern Antwerpen und Hasselt und beim Erzbistum Mechelen am Montag durchsuchten Ermittler im Auftrag der Staatsanwaltschaft Brüssel jetzt auch Büros im Bistum Brügge.

Die Operation Kelch mit ihren Ermittlungen gegen sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen durch Priester und andere kirchliche Würdenträger in Belgien weitet sich aus. Nach den Durchsuchungen in Bistumsbüros in Hasselt, Antwerpen und Mechelen statten Ermittler am Dienstagmorgen auch dem Bistum Brügge einen Besuch ab und beschlagnahmten Dokumente. Im Laufe des Tages wurde auch bekannt, dass die Reihe der Haussuchungen auch in den Büros des Bistums von Gent fortgesetzt wurde.

Das das Bistum von Brügge im Rahmen der Operation Kelch im Zentrum der Ermittler steht, ist nicht wirklich überraschend, ist doch dies das ehemalige Bistum des des Kindesmissbrauchs überführten früheren Bischofs Roger Vangheluwe. Jetzt suchen die Ermittler nach Ansicht von Beobachtern hier, wie auch am Vortag in den anderen durchsuchten Kirchenämtern in einigen Dossiers nach ganz spezifischen Erklärungen zu bestimmten Geistlichen.

Dabei geht es unter anderem um Hinweise darauf, dass Bischöfe und andere hohe katholische Geistliche ihre schützende Hand über Priester hielten, die sich an Kindern und anderen Schutzbefohlenen vergriffen hatten. Um die Missbrauchsfälle an sich, von denen die meisten juristisch verjährt sind, geht es in dieser Phase der Ermittlungen offenbar nicht.

Insgesamt haben die Ermittler aus Brüssel am Montag und Dienstag rund 50 kirchliche Dossiers zu Fällen von sexuellem Misbrauch von Kindern durch Geistliche beschlagnahmt. Alleine in Gent sollen 19 Fälle mitgenommen worden sein, sechs davon beim Orden der Brüder der Liebe, deren Büro ebenfalls durchsucht wurde.