Flandern hat seinen eigenen National Trust

Die drei großen flämischen Kulturerbe- und Denkmalschutz-Verbände haben sich zu einer gemeinsamen Gesellschaft vereinigt. NEO, die Neue Kulturerbe-Organisation, soll für das belgische Bundesland Flandern werden, was der National Trust für die Briten ist.

Vor etwa zwei Jahren hatten die großen flämischen Kulturerbe-Verbände, die sich mit dem Erhalt und der Pflege von Bau- und Landschaftsdenkmälern beschäftigen, eine Absichtserklärung unterzeichnet, in Zukunft zusammenarbeiten zu wollen und aus diesem Grund eine gemeinsame Vereinigung ins Leben rufen zu wollen.

Was damals verabredet wurde, ist jetzt Wirklichkeit geworden: Die Vereinigung Kulturerbe Flandern, der Tag des Offenen Denkmals Flandern und das Forum der Denkmalschutzverbände haben einen gemeinsamen Dachverband gegründet, der den Namen NEO, Neue Kulturerbe-Organisation trägt.

Die Initiative zu diesem Schritt ging von Flanderns Landes-Denkmalschutzminister Geert Bourgeois (N-VA - Foto) aus, der die Beteiligten an einem schönen Junitag vor zwei Jahren in das symbolträchtige Haus des britischen Schriftstellers Rudyard Kipling in Kent eingeladen hatte."Batemans House“ gilt als eines der ersten Baudenkmäler des britischen National Trust und als Vorbild für einen beispielhaften landesweiten Denkmalschutz-Verband.

Der britische National Trust hat es vielen Ländern und Regionen vorgemacht. Die britische Denkmalschutzstiftung hat heute 3,6 Millionen Mitglieder, die jährlich bis zu 120 Millionen € an Mitgliedsgeldern einbringen. Zum Vergleich: Kulturerbe Flandern hat seit seiner Gründung 1994 etwa 4.000 Mitglieder.

NEO, ein vorläufige Projektbezeichnung, die noch einen echten Namen braucht, will dem britischen Beispiel folgen und zu einem echten Denkmalschutz- und Kulturerbe-Verband werden.

Die Initiatoren sind der Ansicht, dass sich die Flamen wirklich für ihre Geschichte begeistern. Die wichtigste Veranstaltung der flämischen Denkmalschützer, der Tag des Offenen Denkmals, bringt jedes Jahr im September mehr als eine halbe Millionen Besucher auf die Beine. Und an Kulturdenkmälern mangelt es in Flandern wahrlich nicht, wie die Millionen Touristen aus dem In- und Ausland jedes Jahr aufs Neue beweisen.

NEO wird in einer ersten Phase mit 2,2 Millionen € aus der Landeskasse bezuschusst. Das sind rund 500.000 € mehr, als die drei nun fusionierten Verbände bisher gemeinsam an Subsidien erhielten. In Zukunft will NEO auch eng mit dem britischen Vorbild, dem National Trust, zusammenarbeiten. Das soll auch helfen, noch mehr ausländische Touristen für das flämische Kulturerbe begeistern zu können.