Gerichtsvollzieher besuchen Schwarzfahrer

Wer in den vergangenen Jahren in einem Zug der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB genutet hat, ohne einen gültigen Fahrschein zu besitzen, der kann jetzt mit dem Besuch eines Gerichtsvollziehers rechnen. Schwarzfahrer, die ihr Bußgeld nicht bezahlten, werden jetzt so zur Kasse gebeten.

Die halbstaatliche belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB hat ein Büro für Gerichtsvollziehung eingeschaltet, um nicht gezahlte Bußgelder von erwischten Schwarzfahrern doch noch eintreiben zu können. Ein "normales“ Bußgeld beläuft sich bei der belgischen Bahn auf 190 € zuzüglich zum zu entrichtenden eigentlichen Fahrpreis.

Die Gerichtsvollzieher sollen dieses Geld gleich bei mehreren tausend Schwarzfahrern eintreiben. Betroffen sich Reisende, die in den Jahren 2005 bis 2009 ohne gültigen Fahrschein erwischt wurden und entsprechende Nachzahlungen und Bußgelder auch nach zwei Mahnungen nicht beglichen haben.

Viele dieser Fälle wurden von notorischen Schwarzfahrern und Wiederholungstätern begangen. Einer davon soll gleich über 100 Mal beim Schwarzfahren erwischt worden sein. Bis heute soll er kein einziges Bußgeld beglichen haben.

Die Ausflüchte und Entschuldigungen bei Betroffenen, die bereits ein erstes Schreiben von den Gerichtsvollziehern erhalten haben, reichen von "bereits bezahlten Bußgeldern“ über "in der Verwaltung wohl verloren gegangen“ bis hin zu "niemals eine Mahnung erhalten“.

Die Frage ist allerdings, ob die Bahn nicht zu spät reagiert, denn eigentlich ist Schwarzfahren in Belgien als Delikt schon nach fünf Jahren verjährt.