Infrabel: Mehr Suizide auf den Gleisen

Infrabel, der Infrastruktur- und Gleisnetzverwalter der belgischen Eisenbahn, schlägt Alarm. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der versuchten und effektiven Selbsttötungen auf dem Schienennetz gestiegen. 2011 nahmen sich 101 Menschen das Leben, in dem sie sich vor einen Zug warfen.

Eigentlich tauchen Selbstmordzahlen in Belgien nur selten in den Medien auf. Auch die Bahn verzichtete bisher darauf, solche Statistiken an die Öffentlichkeit zu bringen, denn man befürchtet immer wieder Nachahmer.

Doch jetzt bricht die Bahn ihr Schweigen, denn die Zahlen steigen und dies bringt auch die allgemeine Sicherheit auf dem belgischen Schienennetz in Gefahr.

Insgesamt nahmen sich im vergangenen Jahr 101 Menschen das Leben, in dem sie sich vor Züge warfen. Das ist ein Anstieg um 20 %. Im gleichen Zeitraum versuchten 73 weitere Personen sich auf diesem Wag das Leben zu nehme, was aber misslang. Die meisten Selbstmörder in diesem Bereich sind Flamen.

Bahnsprecher Thomas Baeken erklärt den Schritt von Bahn und Infrabel, das Tabu zu brechen und jetzt Zahlen zu nennen: "Das Phänomen beunruhigt uns, wir können das nicht mehr länger negieren.“

Infrastrukturverwalter Infrabel will jetzt an einigen neuralgischen Punkten Zäune und verschlossene Tore anbringen, um potentiellen Selbstmördern den Weg zu ihren fatalen Schritt zu erschweren und um diese Stellen unzugänglich zu machen.