Dexia-Zerschlagung kostete 20 Mia. €

Nach Angaben von Pierre Mariani (Foto), dem CEO der Dexia-Gruppe, hat die Zerschlagung der Bank- und Versicherungs-Gesellschaft die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg rund 20 Mia. € gekostet. Mariani sagte dies in der vergangenen Woche vor dem parlamentarischen Dexia-Ausschuss.

Die Dexia-Gruppe war nach ihrer Zerschlagung im Laufe des vergangenen Jahres kurz vor dem Jahreswechsel ein weiteres Mal in die Schlagzeilen geraten, als das Management etwa 300 leitenden Angestellten der angeschlagenen Finanzgruppe eine Jahresendprämie auszahlen ließ.

Mariani, der auf Grund dieses Umstands vor den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Vorgängen bei Dexia, zitiert wurde, verteidigte diesen Schritt.

Diese Bonuszahlungen seien bereits am Jahresanfang 2011 mit dem Verwaltungsrat der Gruppe vereinbart worden. Zudem hätten einige der Angestellten ohnehin beruflich in Zukunft bei Dexia keine Chance mehr, schon deshalb seien diese Zahlungen vertretbar, gab Mariani an.

Die Dexia-Gruppe hätte ohne weitere staatliche Unterstützung nicht überleben können, doch die höheren Etagen zahlten sich selber eine Prämie aus. Die Dexia-Gruppe war wegen im Zuge Krise in Schwierigkeiten geraten und auf politischen Druck in drei Teile zerschlagen worden: einen belgischen Teil, einen französischen Teil und eine sogenannte "Bad Bank“ für die verlustreichen Geschäftsbereiche.

Für diese "Restbank“ bürgen die Steuerzahler in Belgien, Frankreich und Luxemburg mit insgesamt 45 Milliarden €. Dies werde nicht reichen, so vermutete CEO Mariani in dieser Woche gegenüber den Ausschussmitgliedern.

Ermittlungen in Sachen Zerschlagung aufgenommen

Inzwischen eröffnete die Staatsanwaltschaft Brüssel ein Ermittlungsverfahren zu den Vorgängen um die Zerschlagung der Dexia-Gruppe. Diese Ermittlungen erfolgen auf Bestrebungen von Dolor, eine Interessenvertretung von Kleinaktionären.

Dolor will wissen, ob die Anteilseigner der Gruppe vom Management auf falsche Fährten geleitet worden sind. Dolor vertritt die Interessen von rund 400 Kleinaktionären. Die Anwälte des Verbandes fordern eine Entschädigung von 3 € pro Dexia-Aktie falls sich erweist, dass die Kommunikation zwischen Bankmanagement und Anteilseignern irreführend war.