Zu viel Antibiotika in der Tierzucht

Nach Angaben der Fakultät für Veterinärkunde an der Universität von Gent wird in der Tiermast in Belgien zu viel Antibiotika verwendet. Die Nutzung dieses Medikamentes gehe zwar zurück, doch müsse weiter davor gewarnt werden, so die Wissenschaftler.

Die Wissenschaftler der Universität Gent (UGent) fanden in ihrer Analyse heraus, dass die Viehzüchter ihren Zuchttieren immer weniger Antibiotika als Medikament zuführen. Doch bedeutet dies keine Entwarnung, denn heute nutzen sie für Aufzucht und Mast antibiotikahaltiges Futter. Dies ist offenbar vor allem der Fall bei der Schweinezucht, wie die flämische Tageszeitung De Morgen am Dienstag meldet.

Die Wissenschaftler der Genter Uni warnen vor zu häufigem Nutzen von Antibiotika, denn dies berge weiterhin Gefahren sowohl für die Tiere, als auch für die Menschen, die Verbraucher, um genauer zu sein. Zügelloses füttern mit Antibiotika sorgt dafür, dass die Bakterien, die mit diesem Medikament eigentlich bekämpft werden sollen, dagegen eher immer resistenter werden.

Belgien bleibt noch immer einer der häufigsten Nutzer von Antibiotika in der Tiermast. Nach Angaben des flämischen Infozentrums für Landwirtschaft und Gartenbau (VILT) führten belgische Viehzüchter 2007 ihren Tieren aktiv diese Substanz in einer Menge von 168,7 Milligramm pro Kilogramm Biomasse zu. Das war seinerzeit der dritthöchste Wert von den 11 EU-Staaten, die ihre diesbezüglichen Werte öffentlich machen.

Die Universität von Gent fand heraus, dass diese Menge zwischen 2007 und 2009 um 70 % stieg und 2009 und 2010 um weitere 16,3 %. Nach Ansicht des Verbandes der belgischen Futtermittelindustrie (BEMFA) sind dies aber keine schlechten Werte, führen sie doch dazu, "dass dies zu einer Reduktion des Antibiotikaverbrauchs an sich in der Viehhaltung führt“.