Der Generalstreik zeigt seine Konturen

Am kommenden Montag, den 30. Januar, organisieren die Gewerkschaften in ganz Belgien einen Generalstreik gegen die Sparmaßnahmen der neuen Bundesregierung. Wie dieser Streik aussehen wird, zeichnet sich so langsam ab.

Am Mittwochmorgen einigten sich die Gewerkschaften im öffentlichen Nahverkehr darauf, auf allen Ebenen zu streiken. Sowohl bei der belgischen Bahngesellschaft NMBS Foto oben), als auch bei der regionalen Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB und auch bei De Lijn in Flandern und bei der TEC in Wallonien werden die Fahrpläne in weiten Teilen gestört sein.

Der Flugverkehr wird ebenfalls beeinträchtigt sein, denn die belgische Pilotengewerkschaft kündigte an, sich am Generalstreik zu beteiligen. Jan Van der Cruysse, der Sprecher des Brüsseler Nationalflughafens, hält es zwar noch zu früh, schon jetzt sagen zu können, welche Auswirkungen der Streik auf den Flugverkehr haben wird, doch einige Unternehmen, zum Beispiel im Bereich Flugsicherheit, seien für den Betrieb von Brussels Airport enorm wichtig.

Im Bereich Transport und Logistik wird der Streik am kommenden Montag zu spüren sein, denn die Transportgewerkschaften gaben bekannt, ebenfalls mitzumachen. Das bedeutet, dass bestimmte Zonen in den See- und Binnenhäfen bestreikt werden und dass auch Logistik- und Vertriebszentren zumindest teilweise im Ausstand sein werden.

Zudem planen gewerkschaftliche Aktionsgruppen auch, wichtige Kreuzungen in Gewerbegebieten und Industriezonen zu blockieren.

In der Privatwirtschaft kann es auch zu Arbeitsniederlegungen kommen. Die Gewerkschaften im Textil- und im Chemiesektor nehmen am Streik teil, wie sie diese Woche mitteilten. In welchem Maße sich das Bildungswesen und der Pflege- und Gesundheitsbereich beteiligen werden, steht noch nicht fest, doch in den kommenden Tagen werden auch hier Entscheidungen getroffen.

Auf jeden Fall soll der Generalstreik deutlicher zu spüren sein, als der vorherige, denn der Streik vom 22. Dezember Ende letztes Jahr hatte in den Augen der Gewerkschaften nicht den erwarteten Impakt auf das Funktionieren des Landes.