Dopingfahnder bei Radcrossprofi Wellens

Die Staatsanwaltschaft von Turnhout hat am Mittwoch eine Hausdurchsuchung bei Radcrossprofi Bart Wellens durchgeführt. Die Ermittlungen erfolgen im Rahmen möglichen Dopingmissbrauchs. Das schreiben die Zeitungen Het Nieuwsblad und De Standaard und wurde der VRT von der Staatsanwaltschaft bestätigt. Wellens reagiert ruhig: "Ich habe nichts zu verbergen."

Nach dem Sieg von Wellens am 17. Dezember in Essen (Foto) gingen bei der Staatsanwaltschaft Informationen über möglichen Dopings ein.

Dabei kam Wellens Notaufnahme einen Tag vor der belgischen Meisterschaft im Radcross in ein Krankenhaus wegen einer lebensgefährlichen Blutvergiftung zur Sprache.

Die Staatsanwaltschaft bemühte einen Untersuchungsrichter mit dem Fall, bei dem es um einen "Verstoß gegen das Hormongesetz" geht. Sie hat Luc Van den Broeck aus Herentals, ein Experte für Nahrungsmittelzusätze, als die zentrale Figur in dem möglichen Dopingfall im Visier.

Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt fünf Hausdurchsuchungen durchgeführt. Außer Bart Wellens und Van den Broeck bekamen auch die Querfeldeinfahrer Geert Wellens und Kevin Cant von den Fahndern Besuch. Geert ist der Bruder von Bart. Cant gewann die belgischen Meisterschaften Elite ohne Vertrag. Auch  bei Concap, dem Unternehmen von Van den Broeck, schaute die Polizei vorbei.

Vorerst wurde niemand unter Verdacht gestellt. "Die Ermittlungen dienen dazu, die Informationen, die wir haben, zu untermauern oder zu entkräftigen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Inge Delissen, gegenüber Sporza. Noch sei nichts bewiesen.

Nach Angaben des Managers von Wellens hätten die Ermittler bei der Hausdurchsuchung am Mittwoch nichts Verdächtiges finden können.

Wellens: "Ich habe nichts zu verbergen"

Bart Wellens versteckte sich nicht nach der Hausdurchsuchung, die knapp zwei Stunden dauerte, sondern sagte in der Zeitung Het Nieuwsblad: "Ich hätte jeglichen Kommentar verweigern können, aber ich habe nichts zu verbergen".

Wellens bestätigte seinen Kontakt zu Luc Van den Broeck. "Seit Mitte dieser Saison arbeite ich nun einmal mit dem Nahrungsmittelzusatz Concap und der ist legal. Der wird überall verkauft, viele Spitzensportler machen davon Gebrauch."

"Die Hausdurchsuchung war alles andere als amüsant. Ich habe nichts zu befürchten, also habe ich die Menschen ihre Arbeit machen lassen. Sie haben nur meinen alten Computer mitgenommen. Später werden sie mich noch zu einem Verhör bitten. Auch das werde ich ohne Problem über mich ergehen lassen."

Wellens weiß, dass diese Sache seinem Image schadet. "Die Menschen werden über Doping spekulieren. Ich werden ganz schön viel Scheiße hören. Das ist nicht schön. Ich fühle mich schon den ganzen Tag kotzübel. Ich warte aber vertrauensvoll das Ergebnis ab, denn ich bin ehrlich."