Generalstreik: Reisende sollten umplanen

Der Generalstreik, der am kommenden Montag, den 30 Januar, Belgien zu großen Teilen lahmlegen wird, sorgt auch für Probleme auf internationaler Ebene, zum Beispiel im Bahn- und im Luftverkehr. Auch der EU-Gipfel am Montag wird nicht ohne Probleme stattfinden können.

Am heftigsten werden wohl der öffentliche Nahverkehr und die Verkehrswege im Allgemeinen von diesem Generalstreik gegen die Sparmaßnahmen der belgischen Bundesregierung betroffen sein. Ab Sonntagabend, 22 Uhr, bis Montagabend, 22 Uhr wird kaum ein Zug die Bahnhöfe verlassen.

Davon betroffen sind auch internationale Bahnverbindungen, wie die Thalys- und TGV-Züge nach Frankreich und in die Niederlande. Auch die Thalys- und ICE-Züge von und nach Köln, Essen und Frankfurt werden an den Landesgrenzen anhalten müssen. Eurostar-Züge von und nach London werden ebenfalls an ihrer Fahrt gehindert werden.

Die Folgen für die Flughäfen

Große Probleme werden auch im Flugverkehr erwartet. Am Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem wird mit Problemen gerechnet.  Wie sich die Lage entwickeln dürfte, wird am Sonntagabend besprochen.

Geert Sciot, Sprecher von Brussels Airlines, sagte der VRT: "Noch können wir nicht voraussagen, welche Konsequenzen der Streik für unsere Flüge haben wird.  Erst morgenfrüh wird definitiv feststehen, ob Flugverkehr von und nach Brüssel möglich sein wird.  Erst dann wissen wir, ob genug arbeitswilliges Personal zur Verfügung steht."  

Flugreisenden wird empfohlen sich morgenfrüh gut zu informieren. Verschiedene Fluggesellschaften haben schon angekündigt, dass sie ins benachbarte Ausland ausweichen. Jetairfly wird 24 Flüge nach Maastricht en Köln umleiten. Es werden Pendelbusse eingesetzt.

Der Flughafen von Charleroi wird von streikenden Mitarbeitern völlig blockiert. Einige der europäischen Staats- und Regierungschefs, die am EU-Gipfel in Brüssel am Montag teilnehmen, werden wohl schon am Sonntag anreisen. Andere werden am Montag eventuell über den Militärflughafen von Beauvechain in Wallonisch-Brabant umgeleitet.

Auch die Gewerkschaften des Bereichs Transport und Logistik nehmen an dem Generalstreik teil. So werden Lastwagen belgischer Unternehmen nicht ausfahren. Die Transportgewerkschaften haben ihre Mitglieder allerdings darum gebeten, bei ihren Aktionen keine wichtigen Straßenkreuzungen und Industrie- oder Gewerbegebiete zu blockieren. In den belgischen See- und Binnenhäfen werden kaum Schiffe beladen oder gelöscht.

Einkaufen möglich, Klausuren finden statt

Supermärkte und Banken werden teilweise bestreikt, doch niemand wird am Einkaufen gehindert, so die Gewerkschaften. Post wird nicht ausgetragen und auch die Postämter bleiben weitgehend dicht.

Für das Bildungswesen wurde, zumindest im belgischen Bundesland Flandern, bis zum Freitagmittag noch nicht beschlossen, ob in Schulen, Kindergärten oder anderen Instituten gestreikt wird oder nicht. An einigen Universitäten und Hochschulen sind derzeit noch Klausuren, die allerdings stattfinden werden.