Bekaert streicht 600 Stellen in Belgien

Bei dem Stahltechnologie-Unternehmen Bekaert werden massiv Stellen abgebaut. Allein in unserem Land verschwinden 600 Arbeitsplätze in verschiedenen belgischen Niederlassungen. Bekaert will die internationale Gruppe und seine Aktivitäten umstrukturieren.

Weltweit sollen 1.250 Arbeitsplätze gestrichen werden.

In drei belgischen Niederlassungen finden Sonderbetriebsratssitzungen statt, um die Belegschaft über die Pläne des Unternehmens zu informieren. Vom Arbeitsplatzabbau betroffen sind die Standorte Aalter, Zwevegem, Deerlijk und Ingelmunster.

"Etwa 387 Jobs gehen in den nächsten zwei Jahren in der Niederlassung in Aalter verloren", erklärt der Chef Bert De Graeve.

"Rund 100 Plätze gehen in unserem Technologiezentrum verloren. In Zwevegem sind an die 50 Arbeitsplätze in Gefahr und in Ingelmunster rund 70."

Außer den Stellenstreichungen wird in den verschiedenen Abteilungen auch noch gespart werden müssen. In den nächsten Monaten will Bekaert weltweit 100 Millionen Euro einsparen.

Die Gewerkschaften hatten die Entlassungen nicht kommen sehen und reagieren empört über diese Nachricht.

"Das ist ein Donnerschlag bei heiterem Himmel", sagt Gino De Bels von der sozialistischen Gewerkschaft. "Ich denke nicht, dass heute noch gearbeitet wird. Ich habe hier schon Reaktionen von Menschen gehört, die sagen, dass sie in den Arbeitsausstand treten und wahrscheinlich einfach nach Hause gehen."

Bekaert begründet seine Entscheidung mit Änderungen im weltweiten Markt für Solarenergie und zunehmende Unsicherheit in anderen Marktsegmenten.

Die Nachfrage nach Sägedraht sei zurückgegangen und der Preis für Draht auf dem internationalen Markt sei stark gesunken, weil stets mehr Akteure auf den Markt gekommen seien, lautet die Erklärung. Stahldraht wid zum Sägen von Solarzellenplatten verwendet.

Der Solarzellen-Markt habe abgenommen, sagt Bert De Graeve. "Zunächst ist der Markt in Spanien eingebrochen, unserem größten Kunden. Dann hat Italien begonnen, abzubauen, die Deutschen haben ihre Subventionspolitik verändert und in der Slowakei wurden die Subventionen vollständig gestrichen. Auch in Flandern ist es zu einem Stillstand auf dem Markt gekommen."

Stellen werden sowohl in der Produktionsabteilung, in der Technologie, als auch beim Industrialengineering gestrichen. In unserem Land vollzieht sich der Stellenabbau vor allem bei der Herstellung von rostfreiem Stahldraht.

Der flämische Ministerpräsident Kris Peeters bedauert zutiefst die angekündigte Stellenstreichung bei Bekaert. Die flämische Regierung will die Ergebnisse der Sonderbetriebsratssitzungen noch abwarten, betont aber, "dass sie alles Erdenkliche unternehmen werde, um die Arbeitnehmer wieder so schnell wie möglich in ein Arbeitsverhältnis zu bekommen." In Flandern gibt es eine große Nachfrage nach technischen Profilen, so Peeters in einem Pressebericht.