Blut, aber keine Leiche und Schwiegervater frei

Schwiegervater und Schwager im Fall des vermissten 34-jährigen Bewohners des Schlosses Carpentier in Wingene (Westflandern) sind frei gelassen worden. Das sagt unter anderem ihr Anwalt, Jef Vermassen. Der Mann war zusammen mit seinem Sohn im Fall des Verschwindens des Schlossbewohners nicht durch einen Untersuchungsrichter verhört worden und stand also auch nicht unter Verdacht.

Der 34-jährige Schlossbewohner, von dem die Brügger Staatsanwaltschaft ausgeht, dass er ermordet wurde, ist noch immer nicht gefunden worden.

Sein Verschwinden wurde am Montag festgestellt, nachdem seine Frau Blut und eine Kugelhülse gefunden hatte. Der Schwiegervater, ein Hausarzt aus Ruiselede und der Schwager des Mannes wurden am Dienstag zur Anhörung mitgenommen. Sie wurden aber nicht vom Untersuchungsrichter verhört und stehen auch nicht unter Verdacht. Der Schwiegervater des Vermissten besitzt eine Waffe, aber die Kugelhülse, die am Ort des Verschwindens gefunden wurde, stammt nicht aus dieser Waffe.

Dem Anwalt des Hausarztes zufolge sei sein Mandant wieder gehen gelassen worden. Auch der Sohn des Arztes soll wieder frei sein.

Der Anwalt Jef Vermassen gibt um 17 Uhr eine Pressekonferenz hierzu. Der Schwiegervater des Vermissten Mannes will mehr Informationen geben.

Jean-Marie Berkvens von der Staatsanwaltschaft von Brügge sagt, dass es sich um eine komplexe Akte handele. Am Mittwoch sagte er bereits, dass es Spannungen in der Familie gegeben habe, weil der vermisste Mann nach Australien auswandern wolle. Damit sei die Familie seiner Frau nicht einverstanden gewesen.

Unterdessen haben Taucher im Teich des Schlosses nach dem vermissten Mann gesucht. Zuvor hatte die Brügger Staatsanwaltschaft bekannt gegeben, dass das Blut, das am Montag im Schloss gefunden wurde, von dem vermissten Schlossbewohner stammt.