Manche Notbetten bleiben trotz Kälte leer

In der belgischen Hauptstadt Brüssel haben 1.181 Obdachlose die frostige Nacht zum Freitag in einer Notunterkunft verbracht. Damit haben wesentlich mehr Menschen diese Möglichkeit genutzt, als in der Nacht zuvor. Doch trotz der bitteren Kälte sind einige Betten leer geblieben.

Immer mehr Obdachlose in Brüssel finden den Weg in die diversen Notunterkünfte und Auffangstätten. Doch trotz der bitteren Kälte blieben in der Nacht zum Freitag einige der angebotenen Betten leer. Offenbar können nicht alle Obdachlosen erreicht werden.

Mitarbeiter und freiwillige Helfer verschiedener Hilfsorganisationen durchkämmen die Stadt und viele der Betroffenen erreichen sich untereinander durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Inzwischen stehen auch ausreichend Busse zur Verfügung, die die Betroffenen zu den Notunterkünften bringen, denn einige davon befinden sich außerhalb der Brüsseler Stadtgrenzen. Unter anderem stellen Brüsseler Unternehmen und Hotels Räume und Betten zur Verfügung und auch die belgische Armee hilft mit Betten in leerstehenden Räumlichkeiten von Kasernen.

Aber, es gibt auch Obdachlose, die jede Hilfe verweigern und die nicht auf das Angebot eingehen, die bitterkalten Nächte in Notunterkünften zu verbringen und von warmem Essen und Getränken profitieren zu können. Diese Menschen wollen lieber alleine draußen bleiben.

Unterkünfte offen lassen

Inzwischen fordert der Vorsitzende des öffentlichen Sozialhilfezentrums von Brüssel, Yvan Mayeur (PS), dass die Notunterkünfte, die jetzt für Obdachlose und wohnungslose Asylanwärter geöffnet wurden, offen bleiben.

Mayeur geht davon aus, dass noch dieses Jahr mit bis zu 3.000 neuen Asylsuchern in Belgien gerechnet werden kann. Viele von ihnen landen immer wieder auf der Straße und die allermeisten von ihnen kommen über Brüssel ins Land. Doch hier ist die Not in diesem Bereich immer am größten.