Rekordverbrauch von Erdgas an einem Tag

Donnerstag, der 2. Februar, ist ein Tag, der in die Geschichte eingehen wird. Noch nie wurde in Belgien an nur einem Tag so viel Erdgas verbraucht, wie an diesem Tag. Gasnetzbetreiber Fluxys hatte einen Verbrauch von 1.080 Gigawatt vorausgesagt, doch es wurde mehr.

Genaue Zahlen konnte Bérénice Crabs von Fluxys am Freitagmorgen im VRT-Frühstücksradio „De ochtend“ noch nicht nennen, doch auf jeden Fall lag der Tagesverbrauch an Erdgas am Donnerstag deutlich über den erwarteten 1.080 Gigawatt.

In der Nacht zum Freitag wurden überdies die kältetesten Temperaturen dieser Frostwoche in Belgien gemessen. In Elsenborn im deutschsprachigen Ostbelgien wurden -17°C gemessen, an der Königlichen Wetterwarte in Ukkel bei Brüssel -10°C und im Küstenbadeort Ostende -8°C. Angesichts solcher Werte ist es nachvollziehbar, dass die Menschen ihre Wohnungen und Häuser gut aufwärmen.

Eiskalte Wintertage und -nächte kommen immer wieder vor, warum also dieser Rekordverbrauch an nur einem Tag? Nach Angaben von Fluxys heizen immer mehr Haushalte in Belgien mit Erdgas. Alleine im vergangenen Jahr haben die Gasanbieter rund 60.000 neue Kunden anwerben können. Oft sind das Menschen, die vorher mit teurem Strom, mit Kohle oder mit Allesbrennern geheizt haben.

Bérénice Crabs von Fluxys versicherte zudem, dass die Gasvorräte in Belgien ausreichen und dass genügend ausländische Lieferanten vorliegen, um eventuelle Gasmängel eines Förderlandes ausgleichen zu können: "Unser Netz ist so aufgebaut, dass wir gegen Winter gerüstet sind, wie sie nur zweimal pro Jahrhundert vorkommen. Unser Dispatching sagt täglich den Verbrauch voraus, behält alles im Auge und bereitet rasch alle Installationen vor, um schnell auf eine höhere Nachfrage reagieren zu können.

Am Freitag und am kommenden Wochenende werden keine neuen Verbrauchsrekorde erwartet, denn am Mittag werden die Heizungen in vielen Schulen, öffentlichen Verwaltungsgebäuden oder Industriebetrieben heruntergedreht.