Lüttich: Deutscher „Axtmörder“ vor Gericht

Ein Deutscher, der seine Familie mit einer Axt erschlagen haben soll, steht in Belgien vor einem Geschworenengericht. Der 62-jährige Bruno Werner (Foto) soll am 25. Oktober 2007 seine Frau sowie seine beiden Kinder getötet haben. Am vergangene Mittwoch wurde Werner in Lüttich der zwölfköpfigen Jury vorgeführt.

Der zur Tatzeit arbeitslose Deutsche wurde nach der Tat in der Nähe seiner erschlagenen Familienmitglieder entdeckt. Die Leichen der Opfer befanden sich im Haus der Familie im Örtchen Hombourg, keine zehn Kilometer von der deutschen Grenze und ganz in der Nähe von Achen.

Der mutmaßliche Täter soll versucht nach dem Dreifachmord haben, das Haus der Familie in Brand zu setzen.

Die Opfer hatten alle schwerste Schädelverletzungen von den Axthieben. Zuerst soll der Familienvater soll seine 19-jährige Tochter getötet haben, als sie sich die Schuhe zuschnürte. Ihr Körper trug ebenso wie die Leiche ihrer 61-jährigen Mutter die Spuren von zehn Axthieben. Zudem hat der Täter die offenbar mit einem Elektrokabel gewürgt. Der Körper des 17-jährigen Sohnes wurde, von 30 Axtschlägen getroffen, im Hof des Hauses gefunden.

Der Angeklagte soll die blutige Tat ein Dreivierteljahr geplant haben. Der Pädagoge mit Schwerpunkt Konfliktbewältigung hatte seine Arbeit einige Monate vor der Tat aufgegeben. Er litt – so die Sachverständigen - an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, also einem starken Ich-Bezug.

Während der Beweisaufnahme war der Angeklagte in Freiheit, seit Mittwoch sitzt er im Gefängnis. Verteidigt wird der Deutsche von Xavier Magnée, dem Hauptverteidiger des belgischen Mädchenmörders Marc Dutroux. Die erste reguläre Verhandlung beginnt am kommenden Montag um 9.00 Uhr. Es sind fünf Verhandlungstage angesetzt.