Fiskus geht Online-Handel an den Kragen

Wer in Belgien häufig und mit höheren Gewinnen Geschäfte im Internet macht, der kann bald mit einem Besuch der Steuerbehörden rechnen. Die Steuerbehörden fordern derzeit von Verkaufsseiten, wie eBay oder Kapaza ihren Nutzern in Belgien zu erklären, dass sie steuerpflichtig sind.

Der belgische Fiskus will kontrollieren, welche Nutzer auf den verschiedensten Webseiten aktiv sind und ob sie hohe Gewinne erzielen. Wer jährlich regelmäßig Gewinne erzielt, die eine Summe von 5.500 € übersteigen, der wird zur Kasse gebeten. Wer darunter bleibt, soll als "kleiner Unternehmer“ freigestellt werden, wie die flämische Tageszeitung De Morgen dazu in ihrer Dienstagsausgabe meldet. Wer nur einmal etwas zu einem hohen Betrag verkauft, gilt auch nicht als Händler und wird steuerlich freigestellt.

Das Ziel dieser Aktion der belgischen Steuerbehörden soll nicht nur sein, mehr Geld in die Staatskasse fließen zu lassen, sondern auch, unehrlicher Konkurrenz gegenüber regulären Händlern entgegen zu wirken. Doch die Steuerbehörden haben auch noch ein weiteres Anliegen, die Dirk Dierickx vom belgischen Fiskus angibt:

"Wir untersuchen auch den Missbrauch von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld, wenn wir haben bemerkt, dass hier auf diesen Webseiten viele Menschen aktiv sind, die eigentlich von Stempelgeld oder Behindertenrente leben, aber inzwischen recht hohe Umsätze erzielen.“

Wie viel Geld die Steuerbehörden auf diesem Weg einnehmen werden oder können, kann derzeit noch nicht beziffert werden. Internethandel soll in Belgien zwischen 2,5 und 3 % des Brutto-Inlandsproduktes betragen.

Wie gehen die Steuerbehörden vor?

Der Fiskus verfügt inzwischen über einige technisch hochentwickelte Software-Werkzeuge und kräftige Suchfunktionen, mit denen Verkaufsseiten, wie eBay oder Kapaza auf Adressen, Konto- und Telefonnummern und andere Angaben abgesucht werden können.

Damit können die Steuerkontrolleure auch Onlinehändler, die unter verschiedenen Tarnnamen arbeiten, aufspüren. Sogar Abbildungen von bestimmten immer wieder auftauchenden Produkten können so leichter aufgespürt werden.

Mit den zur Verfügung stehenden "Tools“ spürten die Steuerermittler sogar ausländische Händler auf, die über belgische Webseiten aktiv sind. Belgien wird demnächst eine entsprechende internationale Konvention unterzeichnen, die den Austausch solcher Ermittlungserfolge juristisch absichern wird.