Lotsenstreik gegen die Rentenreform

Die Lotsen im flämischen Schifffahrtswesen protestieren weiter gegen die Rentenreform der belgischen Bundesregierung. Gespräche mit der Regierung verliefen zwar positiv, doch jetzt wollen die Lotsen wissen, wie die flämische Landesregierung damit umgeht. Bis auf weiteres sorgt ein Bummelstreik für Verzögerungen.

Am Montagabend hatten die Lotsen in den wichtigsten Seehäfen und auf den Binnenwasserstraßen ihre Arbeit niedergelegt. Damit protestierten sie gegen die Rentenreform der neuen belgischen Bundesregierung. Die Seehäfen von Antwerpen (Foto oben) und Zeebrügge waren zeitweise völlig lahmgelegt und in Ostende und Gent war nur eingeschränkter Schiffsverkehr möglich.

Inzwischen sind alle Wasserwege und Schleusen wieder frei, doch damit ist die Sache nicht gelöst. Die Lotsen machen "Dienst nach Vorschrift“. Das bedeutet, dass sie bis auf weiteres nach jedem Lotsendienst eine "maximal lange“ Pause einlegen.

Dies zieht sich natürlich durch den gesamten Schiffsverkehr in den Häfen und auf den Wasserstraßen. Da die Verkehrsleitung auf der Schelde und in der Binnenschifffahrt auch einen Bummelstreik fährt, zeigen sich auch hier große Probleme.

Ein Gewerkschaftssprecher erklärt die Vorgehensweise seiner Kollegen so: "Da man unsere unregelmäßigen Arbeitszeiten und die Nachtarbeit nicht gebührend anerkennt, arbeiten wir wie alle anderen Beamten auch und zwar von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr abends und in der Nacht kriechen wir in unsere Betten.“

Gespräche

Inzwischen haben der Berufsverband der belgischen Lotsen im Schifffahrtswesen und die Fluss- und Kanallotsen Gespräche mit Bundesrentenminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD - Foto) geführt. Hierbei wurde deutlich, dass ihre Forderung nach Anerkennung ihrer Arbeit als "schwerer Beruf“ mit kürzerer Lebensarbeitszeit nicht erhört wird.

Doch ansonsten seien die Verhandlungen zur föderalen Materie im Rentenbereich positiv verlaufen. Zum Beispiel werden die bisher erworbenen Rechte der Lotsen erhalten, eine der wichtigsten Forderungen dieses Berufsstandes.

Doch das reicht den Gewerkschaften nicht, denn sie wollen ebenfalls angehört werden. Zudem bemängeln die Arbeitnehmervertreter, dass in diesem Zusammenhang von der flämischen Landesregierung - die Aufsichtsbehörde der flämischen Lotsen - noch nichts zu vernehmen war. Die Gewerkschaften verlangen auch vom Land Gespräche zur Rentenreform.

Die Seelotsen, die einen eigenen Berufsverband haben, blieben bis zum Dienstagmorgen außen vor und forderten ebenfalls schnell Gespräche mit Rentenminister Van Quickenborne. Im Laufe des Dienstags sollen weitere Gespräche, auch mit den Lotsengewerkschaften geführt werden.