Luciano d’Onofrio rettet die AS Eupen

Der finanziell schwer angeschlagene Tabellenführer der zweiten belgischen Fußball-Liga AS Eupen ist in letzter Minute gerettet worden. Kein Geringerer, als der frühere starke Mann von Standard Lüttich, Luciano d’Onofrio, investiert Geld in den Club aus dem deutschsprachigen Landesteil Belgiens.

Der 15. Februar sollte der Schicksalstag für die AS Eupen sein, denn für diesen Tag stand die Deadline für die fristgerechte Beantragung der Lizenz für die kommende Saison an. Die "Alliance Sportive“ hatte große Probleme, die sich ankündigten, als der vorherige starke Mann des Vereins, der deutsche Geschäftsmann Ingo Klein, nach Betrugsvorwürfen in Untersuchungshaft genommen wurde. Dadurch flossen auch dessen zugesagte Gelder nicht mehr nach Eupen.

Die Suche nach neuen Investoren gestaltete sich schwierig, bis der Verein ehemalige Verantwortliche ins Boot holte, die letztendlich offenbar den rettenden Kontakt zu d’Onofrio zustande brachten. Luciano d’Onofrio gilt als absoluter Fußballfachmann, obschon er auch umstritten ist.

Lange hatte er das Zepter bei Standard Lüttich in der Hand, wurde aber ausgebootet, als der flämische Geschäftsmann und ehemalige Boss von STVV Sint-Truiden, Roland Duchatelet bei den "Rouches“ ausstieg. Danach wollte der 56jährige beim RSC Anderlecht unterkommen, doch beim eigentlichen Erzfeind der Lütticher hatte sein Einstig zu viele Gegner. D’Onofrio hatte als Spielermakler in Frankreich auch schon einmal mit der Justiz zu tun, doch zu einer Verurteilung ist es nie gekommen.

Wie hoch sein Einsatz bei der AS Eupen ist, muss abgewartet werden. Auch bleibt vorläufig unklar, wie lange der eigentliche Erstligist in der zweiten Division aktiv bleiben wird. Die AS Eupen spielte in der vergangenen Saison als erster deutschsprachiger Verein in Belgien in der ersten Liga, stieg aber sofort wieder ab. Jetzt steht der Wiederaufstieg an, denn die Eupener führen seit längerem die Tabelle der zweiten Liga wieder deutlich an.