Belgien: Mehr LKW aber weniger Kontrollen

Die Zahl der Lastwagen, die auf den Straßen und Autobahnen in Belgien fahren, steigt ständig, doch die Kontrollen der Brummis gehen zurück. Die zuständige Behörde muss sparen und vor allem ausländische LKW profitieren davon.

Die Zahl der Kontrolleure des belgischen Straßenverkehrsamtes ist in den letzten Jahren stetig reduziert worden. Das sorgt dafür, dass immer weniger LKW in unserem Land kontrolliert werden können. Nach Medienberichten wurden in den vergangenen beiden Jahren rund 9.000 LKW weniger kontrolliert, als in den Jahren davor. Im Vergleich zu 2008 beträgt der Rückgang dieser Kontrollen etwa 20 %.

Doch im Gegensatz zu dieser Entwicklung nimmt die Zahl der Lastwagen auf dem belgischen Straßen- und Autobahnnetz immer weiter zu. So sollen täglich bis zu 100.000 LKW im kleinen Belgien unterwegs sein.

Die belgische Straßenverkehrsbehörde, die zum Beispiel für die Kontrolle der Lenk- und Ruhezeiten der Brummifahrer oder für die Einhaltung der Ladevorschriften zuständig ist, muss sparen. So wurden 30 der ursprünglich 80 Arbeitsplätze für LKW-Kontrolleure in der letzten Zeit angebaut.

Nach Ansicht von Febetra, dem Dachverband der belgischen Transportunternehmer, nützt dies in erster Linie den vielen ausländischen LKW, die unser Land zum Beispiel im Transitverkehr durchqueren und deren Unternehmer oft überladene Fahrzeuge mit übermüdeten und schlecht bezahlten Fahrern einsetzt.

Das belgische Institut für Verkehrssicherheit erwartet, dass sie der Rückgang der Kontrollen negativ auf eben diese Sicherheit auswirken wird. Zudem nimmt der Staat dadurch auch deutlich weniger Bußgelder ein. Nach diesen Sachverhalten stellen alle Beteiligten fest, dass hier deutlich an der falschen Stelle gespart wird.