Prozess gegen Hells Angels unterbrochen

Einer der Angeklagten im Prozess gegen zwei Mitglieder des Bikerclubs Hells Angels hat dafür gesorgt, dass das Verfahren in Kortrijk unterbrochen werden musste. Sein Anwalt forderte die Auswechslung der zuständigen Richter, da diese nicht neutral seien.

Nach dem Antrag des Anwalts wurde das Verfahren vorläufig unterbrochen. In Kortrijk stehen zwei Hells Angels wegen Mordversuch an drei Mitgliedern des rivalisierenden Motorradclubs Outlaws vor Gericht. Der Vorgang fand im Oktober 2009 in Aalbeke statt. Joris Van Cauter, der Anwalt von Christian M. einem der beiden Angeklagten, hat kein Vertrauen in die zuständigen Richter, denn diese hätten den Anschein gegeben, nicht mehr unparteiisch zu sein.

Der Anwalt legte Dokumente vor, die beweisen, dass es zwischen der Staatsanwaltschaft und den Richtern im vorliegenden Fall Kontakte gegeben habe, von denen er als Verteidiger offiziell nichts wusste. Dies gebe den Schein der Voreingenommenheit und deshalb habe sein Klient kein Vertrauen in das zuständige Gericht. Innerhalb der nächsten 48 Stunden müssen die betroffenen selbst entscheiden, wie sie mit dieser Ablehnung umgehen.

Halten sie diesen Vorgang für nicht gerechtfertigt, muss sich das Berufungsgericht damit auseinandersetzen. Treten sie von dem Verfahren zurück, müssen drei neue Richter berufen werden. Auf jeden Fall wird der Prozess eine Verzögerung erleben.

Mit dieser Unterbrechung fällt auch die Vernehmung eines Kronzeugen bis auf weiteres flach. Ein ehemaliges aus Frankreich stammendes Mitglied der Hells Angels hat die Omerta, das Schweigegelöbnis, der Biker gebrochen und wollte aussagen, was sich an diesem Tag im Oktober 2009 in Aalbeke (Foto) zugetragen hatte. Der Mann war unter großen Sicherheitsvorkehrungen ins Gericht von Kortrijk gebracht worden, wo viele Angels und Mitglieder befreundeter Clubs dem Prozess beiwohnen wollten.