Wie sicher ist das Atommülllager Dessel?

Nach Ansicht der Agentur für Nuklearsicherheit (FANC) entspricht das Atommüll-Zwischenlager von Belgoprocess in Dessel nicht mehr den heutigen Sicherheitsansprüchen. Einige Tageszeitungen berichten am Mittwoch, dass die Anlagen unbedingt modernisiert werden müssen.

Das Unternehmen Belgoprocess mit Standort Dessel in der Provinz Antwerpen beschäftigt sich mit der Aufbereitung von nuklearem Abfall. Da Belgien nicht über ein Atommüll-Endlager verfügt, lagert Belgoprocess den strahlenden Abfall in eigenen Lagerhallen zwischen. Doch genau dies entspricht nicht den erforderlichen Sicherheitsvorschriften, wie die Agentur FANC feststellt.

Die Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit hatte bei Belgoprocess unangemeldete Kontrollen durchgeführt und eine ganze Reihe Mängel finden müssen. Unmittelbare Gefahr bestehe nicht, so ein Sprecher von FANC, doch zum Thema Brandschutz war einiges zu bemängeln.

Die Lagerhallen, in denen der nukleare Abfall gelagert wird, seien nicht sicher - weder auf Ebene des Brandschutzes, noch auf Ebene der Brandprävention. Zudem seien diese Gebäude älteren Datums und würden schon deshalb den erforderlichen Sicherheitsbestimmungen nicht entsprechen. Der Ruf nach einem neuen Zwischenlager oder gar einem definitiven Endlager wird immer lauter.

Bei Belgoprocess selber hieß es nach entsprechenden Berichten der beiden flämischen Tageszeitungen Gazet Van Antwerpen und Het Belang Van Limburg, dass man dabei sei, Missstände zu behenen. Belgoprocess-Sprecher Bart Thieren sprach von zusätzlich angeworbenem Personal und davon, dass ältere Gebäude bald ohnehin abgerissen werden würden.

Electrabel soll mehr bezahlen

Niras, die Bundesbehörde für die Lagerung von nuklearem Abfall, fordert von den belgischen Stromproduzenten, insbesondere von Electrabel, einen höheren Beitrag zur Finanzierung der Lagerung von Strahlenabfall. Electrabel soll 231 Millionen € mehr zur Lagerung von Atommüll beitragen, so Niras. Um dieser Forderung mehr Gewicht zu verleihen, zieht Niras vor den belgischen Staatsrat in Brüssel.

Belgiens Staatssekretär für Energie, Melchior Wathelet (CDH) unterstützt die Forderung von Niras und auch die grünen Oppositionsparteien Groen in Flandern und Ecolo im frankophonen Sprachgebiet stehen dahinter. Niras und Electrabel streiten schon seit geraumer Zeit um die Höhe der erforderlichen Summe zur Finanzierung der Lagerung von Atommüll. Niras nannte eine Summe von rund 6,1 Milliarden € für das Jahr 2010 und Electrabel führte 5,9 Milliarden € an.