Großbank Dexia mit 11,6 Mia. € Verlust

Die teilverstaatlichte belgisch-französische Großbank Dexia hat im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 11,6 Milliarden Euro verbucht. Das teilte die Bank am Donnerstag in Brüssel mit. Insbesondere im zweiten Halbjahr habe die Bank schlechte Ergebnisse erzielt. Die Bank verweist dabei auf die europäische Schuldenkrise und das gesunkene Vertrauen der Investoren und der Kunden in das Finanzinstitut.

Dexia betont, dass das negative Ergebnis "signifikante einmalige" Gründe hätte:

1. Verluste in Höhe von vier Milliarden Euro durch den Verkauf des belgischen Arms der Dexia an den Staat.

2. Verluste in Höhe von 3,4 Milliarden Euro aus unter anderen Geschäften mit griechischen Staatsanleihen.

3. Verluste in Höhe von 2,6 Milliarden Euro durch den Verkauf von Aktivvermögen und anderen Finanzprodukten.

4. Verkauf von Dexia Municipal Agency (984 Millionen Euro).

Das Geldhaus will den Aktionären für das vergangene Jahr keine Dividende auszahlen. Das hat die Gruppe in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.

Die Dexia-Holding ist die Restholding der Dexia-Gruppe. Die Gruppe wurde Ende letzten Jahres durch die belgische, französische und luxemburgische Regierung zerschlagen. Belgien hatte damals mit Steuergeldern den belgischen Arm des Geldhauses, Dexia Bank Belgien, für vier Milliarden Euro komplett übernommen. Auch der französische und der luxemburger Arm wurden zum Verkauf angeboten.

Die französische und die belgische Regierung haben Dexia damals für 90 Milliarden Euro staatliche Garantien zugesagt. Die Dexia Holding hat letztes Jahr bereits einen Teil hiervon in Anspruch genommen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das auch in diesem Jahr noch einmal der Fall sein wird.

Der Finanzkonzern und Kommunalfinanzierer gilt als erstes Oper der Euro-Schuldenkrise.

Kein Vertrauen mehr

Dexia meldet, dass sich die Situation der Bankengruppe vor allem in der zweiten Hälfte des Jahres, ab dem Sommer 2011, verschlechtert habe. Dexia hatte zu diesem Zeitpunkt bereits als Folge der Finanzkrise von 2008 seit längerem mit Umstrukturierungen begonnen. Bis dahin schätzte die Gruppe die erzielten Ergebnisse als positiv ein. Mitte des Jahres machte sich in Europa jedoch die Schuldenkrise breit. Dies hatte sehr negative Folgen für Dexia.

Zu den schlechten Wirtschaftsbedingungen kamen auch noch die negativen Berichte der Ratingagentur Moody's hinzu. Dexia hält jede Menge griechische Staatsanleihen, deren Wert gesunken ist.

All das hätte laut  Dexia dazu beigetragen, dass die Investoren der Bankengruppe misstrauten. Insbesondere amerikanische Investoren hätten ihre Anteile an der Gruppe veräußert.

Eine weitere Meldung am 3. Oktober von Moody's, die kurzfristigen und langfristigen Ratings zu überwachen, habe das Vertrauen der Kunden in Belgien und Luxemburg beschädigt, so die Bank. Insgesamt hätten die Kunden 7 Milliarden Euro von ihren Konten bei der Bank weggeholt.