Weniger Akezptanz für Atomkraft in Belgien

Knapp ein Jahr nach der Atom-Katastrophe in Japan ist 58 Prozent der Belgier für einen Fortbestand der Atomkraft in unserem Land. Das ist ein Rückgang von 4 Prozent im Vergleich zu 2010. Auffallend ist, dass Französischsprachige seit Fukushima kritischer geworden sind als Flamen. Das geht aus einer Meinungsumfrage von TNS Media im Auftrag des Nuklearformus, der Dachorganisation von Einrichtungen und Unternehmen, die mit Atomkraft in Belgien arbeiten, hervor.

Seit der Katastrophe von Fukushima am 11. März 2011 halten sich bei den Französischsprachigen die Befürworter und Gegner der Atomkraft in Belgien die Waage. Bei den Flamen ist 64 Prozent für den Erhalt der Atomenergie hierzulande.

Daneben finden mehr als sechs von zehn der Befragten (62 Prozent), dass der Anteil der Atomkraft zurückgehen müsse.

Derzeit wird rund 55 Prozent unseres  Stroms in Atomkraftwerken produziert. 69 Prozent der Befragten räumt ein, dass es schwierig sei, geeignete Energiebrunnen zu finden, die unsere Atomkraft ersetzten. Drei Viertel der Befragten ist der Meinung, dass der Energiepreis steigen werde sobald die Atomkraft verschwinde.

Windenergie wird als Hauptalternative gesehen, um die Produktion aus Atomkraft zu ersetzen. Vorteile der Atomkraft, die häufig genannt werden, sind ihre Unerschöpflichkeit, ihr Preis und der ökologische Aspekt. Unter den Nachteilen der Atomkraft werden häufig die Worte "risikoreich" und "gefährlich" gebraucht. Diese Nachteile seien 2010 noch nicht so oft erwähnt worden. Für die Umfrage wertete TNS Media die Antworten von 1.000 Belgiern im Dezember aus.

Im Auftrag des Nuklearforums...

Während die ganze Welt über den Abbau von Atomkraft spricht, gab es in unserem Land in den vergangenen Wochen eine Kampagne für Atomkraft. So fragen kritische Stimmen wie Eloi Glorieux von Greenpeace auf einer Pressekonferenz des Forums zu Recht, ob das Forum die richtige Instanz sei, um solche Umfragen durchzuführen.

Wer steckt also dahinter und warum und wer finanziert das Forum?

Matthias Meerschaert vom Nuklearforum in Belgien gibt auf der Pressekonferenz selbst Antwort: "Finanziert wird das Forum von Electrabel - GDF Suez, aber im Forschungsbereich zum Beispiel auch vom Forschungszentrum für Atomkraft in Mol und vom IRE, dem Institut für Radioisotope - also vom Atomsektor!"