Di Rupo verteidigt Eurostar-Halt in Lille

Belgiens Premierminister Elio Di Rupo (PS) hat sich bei seiner Visite in Paris bei Staatspräsident Sarkozy und bei Premier Fillon für eine Beibehaltung von Lille als Haltepunkt für den Eurostar eingesetzt. Großbritannien will den Halt in Lille im Kampf gegen illegale Einwanderer streichen.

Nach Angaben der französischen Bahngesellschaft SNCF haben die britischen Regierungsbehörden Ende 2011 offiziell darum gebeten, nicht mehr länger Fahrkarten für Eurostar-Züge von Brüssel zu den nordfranzösischen Bahnhöfen Lille Europe und Calais zu verkaufen. Eine Reportage des öffentlich-rechtlichen britischen Senders BBC brachte ans Licht, dass illegale Einwanderer in Brüssel oder im Internet Fahrkarten für den Eurostar mit Zielen Lille oder Calais kaufen, dort aber nicht aussteigen und weiter nach England fahren.

Fahrkarten für den Eurostar werden beim Einsteigen kontrolliert, nicht aber während der Fahrt und auch nicht nach den Zwischenstopps Lille und Calais, die letzten Haltepunkte der Schnellzüge auf dem europäischen Festland. So können illegale quasi unbehelligt bis nach London St.Pancras fahren. Großbritannien gehört nicht zur Schengenzone. Das bedeutet, dass man eigentlich nicht frei und ohne Identitätskontrolle dorthin gelangen kann.

Dieses Thema war bereits beim letzten bilateralen französisch-britischen Gipfel besprochen worden. Jetzt stellt sich Belgiens Premierminister Elio Di Rupo hinter den französischen Standpunkt, der weiter Eurostar-Züge in Lille halten sehen will. Die nordfranzösische Metropole Lille ist für die dortige grenzüberschreitende Euregio zwischen französischen, flämischen und wallonischen Städten und Regionen von äußerster Wichtigkeit, unterstrich Premier Di Rupo am Freitag in Paris.