Scheinselbständige putzen die Bahnhöfe

Nach einem Bericht der Arbeitsmarktzeitschrift "Vacature Magazine" werden die Bahnhöfe in der belgischen Hauptstadt Brüssel von Scheinselbständigen, Illegalen und Billiglohn-Empfängern sauber gehalten. Die Bahn weiß dass, ist aber an Verträge gebunden.

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB hat einen Vertrag mit einem Putzunternehmen aus Sint-Stevens-Woluwe bei Brüssel, der noch bis Juni läuft. Dieses Unternehmen beschäftigt nach Angaben von "Vacature Magazine“ Arbeitnehmer mit einem Selbständigenstatut. Doch die Löhne, die diese Arbeiter für das Putzen und Fegen der sechs großen Brüsseler Bahnhöfe erhalten, sind sehr gering. Nach den Sozialabgaben bleibt den Putzkräften nicht mehr viel übrig.

Die meisten von ihnen sind Einwanderer. Manche halten sich illegal in Belgien auf und andere sind über Menschenhändler in unserem Land gelandet. Diese Menschen, meist Osteuropäer, arbeiten sieben Tage in der Woche. Nach dem entsprechenden Beitrag von "Vacature Magazine“ reagierte die sozialistische Gewerkschaft in Belgien und fordert eine Überprüfung aller Selbständigenverträge in den unteren Lohn- und Gehaltssegmenten. Sehr oft sind solche Abmachungen Scheinverträge, die nur den Auftraggebern nutzen, nicht aber den Beschäftigten selber.

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB wusste von den Problemen, sagt aber, vorläufig nichts daran ändern zu können, denn man sei an Verträge gebunden und diese würden noch bis Juni 2012 laufen. Solange das entsprechende Unternehmen "gute Arbeit“ liefere, könne man nicht einschreiten, hieß es dazu. In Zukunft wolle man keine Verträge mehr mit Unternehmen abschließen, die mit zwielichtigen Subunternehmen arbeiten würden. Neue Vertragsbedingungen und Lastenhefte für entsprechende Aufträge werden angeblich derzeit bei der Bahn ausgearbeitet.