Lohnnebenkosten in Belgien am höchsten

In Belgien sind die Lohnnebenkosten am höchsten von ganz Europa. Das geht aus einer Mitteilung des EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy und des EU-Kommissionspräsidenten José Barroso hervor. Dieser Punkt stand zur Diskussion auf der Tagesordnung des EU-Gipfels in Brüssel.

Auf dem EU-Gipfel ist unter anderem besprochen worden, welche Maßnahmen Europa nehmen kann, um das Wirtschaftswachstum in der Union anzukurbeln. Eine Notiz von Van Rompuy und Barosso umreißt meherere sozio-ökonomische Schwerpunkte.

Auffallend ist, dass in keinem anderen Land Europas die Steuer- und Sozialabgaben auf Löhne so hoch wie in Belgien sind. Insgesamt sind die Lohnkosten in Belgien im vergangenen Jahrzehnt schneller als in den meisten anderen europäischen Ländern gestiegen. 

Die Regierung-Di Rupo muss nun mit Vorschlägen kommen, um das Problem zu lösen, schreiben die Zeitungen De Tijd und L'Echo am Freitag.

Der Bericht passt zu einer strengeren Koordination der Haushalts- und Wirtschaftspolitik in Europa. Neue Instrumente geben Europa die Macht, Sanktionen gegen Länder  zu verhängen, die nichts gegen Entgleisungen unternehmen.

Langfristig droht Belgien eine Strafe. Die Entgleisung der Lohnkosten ist unverkennbar. In keinem anderen Land ist die Kluft zwischen Brutto- und Nettolohn so groß. Sogar bei Niedrigbruttolöhnen wird die Hälfte abgezogen. In den meisten  anderen Ländern beträgt der Abzug höchstens 40 Prozent.

Auch die Entgleisung der absoluten Lohnkosten (Löhne und Abzüge) fällt auf. Nur Länder wie Irland, Italien, Portugal und  Spanien schnitten im vergangenen Jahrzehnt noch schlechter ab.